In der Region einkaufen: „Die beste Unterstützung für die Wirtschaft“
WELS. Der Obmann der Wirtschaftskammer (WKO) Wels-Stadt wehrt sich gegen Kritik wegen des Hilfsfonds der Bundesregierung und sieht gerade in der Regionalität Chancen für die Unternehmer und Kunden.

Tips: Es gab in den letzten Tagen viel Kritik, dass der Antrag für den Hilfsfonds beispielsweise bei der Wirtschaftskammer gestellt werden muss oder die WKO soll ihren Notfallfonds einlösen und noch einiges mehr. Haben Sie Verständnis dafür?
Edlbauer: Die Wirtschaftskammer wurde von der Bundesregierung mit der Abwicklung des Härtefonds zur Unterstützung in Not geratener Klein- und Kleinstunternehmer beauftragt und hat diese Aufgabe sehr rasch und unbürokratisch erledigt. Nach nur zwei (!) Tagen waren bereits achtzig Prozent der Anträge positiv erledigt und das Geld ist umgehend bei den Antragstellern eingetroffen. Erfreulicherweise hat die Bundesregierung diesen Fonds nun auf zwei Milliarden Euro aufgestockt und der Bezieherkreis wurde ausgeweitet. Somit kommen nun in einer zweiten Welle auch manche Selbständige in den Genuss einer Unterstützung, für die ursprünglich kein Geld vorgesehen war. Aus diesen Gründen war die Kritik an diesem Fonds und der Abwicklung durch die Wirtschaftskammer nur sehr kurz und die Betroffenen sind nun froh über die rasche Ersthilfe.
Tips: Die Arbeitslosenzahlen explodieren klarerweise, die Stimmung bei den Menschen aber auch Unternehmer ist angespannt. Welche Maßnahmen setzt die WKO konkret hier ein um ein bisschen den Druck aus dem Kochtopf zu nehmen?
Edlbauer: Die WKO hat von Anfang an die teilweise recht drastischen Maßnahmen zur Eindämmung der weiteren Verbreitung des Coronavirus voll mitgetragen. Gleichzeitig haben wir immer gefordert, dass die Maßnahmen so rasch wie möglich zurückgenommen werden, sobald dies aus medizinischer Sicht vertretbar ist. Nun stehen wir unmittelbar vor einem schrittweisen Wieder-Hochfahren unserer Wirtschaft, und die Stimmung in der Wirtschaft wird wieder merklich besser. Sicherlich werden viele der zuletzt arbeitslos Gewordenen bald wieder in ihre Job zurückkehren. Selbstverständlich steht die WKO auch weiterhin allen Unternehmern bei Fragen rund um die Coronakrise mit Rat und Tat zur Seite.
„Setzen wir dieses Geld nun gezielt in der Region um, dann werden viele Betriebe rasch wieder auf die Erfolgsspur zurückfinden“
Tips: Die Region Wels ist geprägt durch viele familiengeführte Unternehmen und den eigentümergeführten Handel. Wie kann man hier als Kammer aber auch als Bürger unterstützen?
Edlbauer: Die beste Unterstützung für die Wirtschaft in der Region ist, wenn wir alle nach Wiederöffnung in die Betriebe gehen und dort einkaufen. Viele von uns haben ja in den letzten Wochen weniger Geld ausgegeben als unter normalen Umständen. Setzen wir dieses Geld nun gezielt in der Region um, dann werden viele Betriebe rasch wieder auf die Erfolgsspur zurückfinden.
Tips: Es ist für alle eine Ausnahmesituation. Welche Schritte muss man jetzt in der Wirtschaft setzen, um wieder Richtung Normalität zu gehen?
Edlbauer: Wir müssen es schaffen, sobald wie möglich die Wirtschaft wieder in die Nähe des Normalzustandes zurückzubringen. Je früher das gelingt, desto geringer wird der Schaden sein. Die Bundesregierung hat uns nun einen Plan für die ersten Schritte präsentiert. Dabei dürfen wir den Kampf gegen das Virus nicht aus den Augen verlieren. Wir werden also vermutlich noch längere Zeit mit hohen Sicherheitsauflagen zu tun haben.
Tips: Sie sind ja selbst Unternehmer. Wie ist die Situation bei Landtechnik Prillinger?
Edlbauer: Prillinger liefert jeweils über Nacht die dringend von den Landwirten benötigten Landmaschinen-Ersatzteile an die Reparaturwerkstätten. Die Nachfrage nach diesen Ersatzteilen ist ungebrochen und wir liefern jeden Tag aus. Klarerweise gibt es auch bei uns erhöhte Sicherheitsvorkehrungen und es arbeiten derzeit viele Kollegen von zuhause aus. Insgesamt ist Prillinger bisher recht gut durch die Krise gekommen.


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