Ein Streifzug durch die Welser Innenstadt: „Wir sind wieder da!“
WELS. Es ist Leben in der Stadt. Der erste Schritt - wenn auch mit Maske und Abstand - zurück in die Normalität ist getan. „Wir sind wieder da“, war der einhellige Tenor unter den Kaufleuten.

Sie sind mit den ersten Tagen zufrieden. Es war nicht ein Riesen-Ansturm in der Innenstadt, der von vielen befürchtet war, sondern die Menschen gingen mit Ruhe und Bedacht zur Sache. „Ich glaube die Menschen haben noch zu viel Angst. Aber man kann nach draußen gehen. Es ist nur wichtig, sich an die Regeln zu halten“, erzählt ein Welser Kaufmann. Abstand, Maske und eine Maximal-Personen Anzahl im Geschäft ist bei den Menschen angekommen: „Die Rückmeldungen der Kunden sind sehr positiv. Die Menschen sind auch wieder positiver“, erzählt beispielsweise Barbara Höller Priewasser von Lederwaren Höller in der Schmidtgasse.
Gewartet auf die Öffnung
Christine Kastner-Ursprunger von Uhren-Juwelen Kastner in der Pfarrgasse ist ebenfalls mit den ersten Tagen sehr zufrieden: „Es gab auch berührende Momente. Eine Kundin kam ins Geschäft. Sie hat gesagt, dass sie normalerweise zu Ostern immer kleine Geschenke für die Familie kauft. Jetzt hat sie gewartet, bis wir wieder offen haben. Im Internet wollte sie nicht bestellen“. Ähnliche Erlebnisse hatte auch Norbert Perkles vom der Weinphilosoph im Cordatushaus: „Auch zu mir sind Kunden gekommen und haben gesagt, dass sie nicht mehr bei Amazon und Co. bestellen wollen. Ansonsten bin ich positiv überrascht. Es haben aber auch in der Zeit der Sperre viele Stammkunden Gutscheine bestellt“. Gleichwohl ihm der Wegfall von Veranstaltungen, bei denen er mit Wein und Büchern vertreten war, hart trifft. Cordelio Malavasi von der Buchhandlung kann beispielsweise keinen Trend erkennen, was die Menschen jetzt lieber lesen: „Reiseliteratur wird in den nächsten Monaten wohl völlig ausfallen. Aber mit den Rückmeldungen und den Kunden sind wir zufrieden. Bücher sind immer gefragt“.
„Ich glaube, die Menschen müssen wieder mehr Vertrauen bekommen und dürfen nicht nur Angst haben. Mit Vertrauen kommt dann auch die Normalität zurück“ Christa Raggl-Mühlberger
Auch bei Hermann Stuchlik, Art of Shoes in der Dragonerstraße, waren die ersten Tage mehr als zufriedenstellend: „Die Kunden haben geduldig gewartet und sich unterhalten. Es hat gut funktioniert“.
Optiker Eduard Schwabegger hält seine Geschäfte in Wels, Lambach, Marchtrenk und Bad Schallerbach bis 17 Uhr geöffnet: „Es ist auch am Nachmittag immer noch Frequenz. Es ist ein guter Anfang“.
Spielwaren
„Es tut natürlich weh, dass das Ostergeschäft ausgefallen ist“, sagt Andrea Wöss in ihrem Spielzeuggeschäft am Stadtplatz. Einen Trend, dass jetzt mehr Brettspiele oder Puzzles gekauft werden, gibt es nicht“. Sie ist froh wieder offen zu haben. Denn auch wenn es einen Lieferdienst gab, war es nur eine Überbrückung. Heidi Neumaier Binder (Kraftstoff in der Anzengruberstraße) setzt zum Modeverkauf voll auf die Maskenproduktion: Stoffhandel liegt voll im Trend. Und Masken werden ja momentan gebraucht“, gibt sie unumwunden zu.
Bereich Mode
Albert Neugebauer (Jeans Neugebauer) ist auch zufrieden: „Natürlich ist es jetzt so, dass die Kunden noch gezielter kommen“. So ein Schaufensterbummel ist nicht jedermanns Sache: „Ich glaube, die Menschen müssen wieder mehr Vertrauen bekommen und nicht nur Angst haben“, sagt Christa Raggl-Mühlberger. Das Geschäft läuft, doch sie spürt immer noch bei den Menschen Unbehagen. Es geht darum sich an die Regeln zu halten, dann fühlt sich jeder sicherer: „Mit Vertrauen kommt auch die Normalität zurück. Deswegen haben wir die Geschäfte ja auch offen“, sagt Mühlberger.
Tips bietet eine Online-Plattform welche Geschäfte offen haben. www.kaufein-daheim.at


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