Eierbauern in schwieriger Situation: Futterknappheit und hohe Preise
BUCHKIRCHEN/THALHEIM. Steigende Preise betreffen derzeit auch viele Bereiche der Landwirtschaft. So stehen etwa die Legehennenhalter vor großen Problemen bei der Futterversorgung.

„Es ist eine ganz schwierige Situation momentan“, stellt Stefan Lettner fest. Seit 1968 gibt es auf seinem Hof in Buchkirchen Hühner, seit 2006 in großem Stil. Heute legen hier 10.000 Hennen in Bodenhaltung und fast noch einmal so viele in Freilandhaltung ihre Eier. Aber die derzeitige Lage ist nicht leicht. Die Futterpreise haben sich fast verdoppelt. „Erdgas- und Öl-Preis steigen seit Herbst rasant und auch die Futtermittel. 100 Kilo Futter kosten jetzt statt 26 43 Euro. Der Krieg in der Ukraine hat noch einmal einen richtigen Schub gegeben“, erklärt Lettner, dass die aktuelle Lage in der Ukraine sich auch auf die regionale Lebensmittelerzeugung auswirkt.
Ukraine-Krieg hat auch hierzulande Folgen
Ob es 2022 Weizen, Mais, Sonnenblumen und Soja aus der Ukraine geben wird oder nicht, hängt mit der Entwicklung des Krieges zusammen. Als Absicherung müssen daher die Rohstoffe aus aller Welt zugekauft werden – die Folge sind hohe Futterpreise beziehungsweise ein sinkendes Angebot. Einen Teil seines Bedafs an Futtermais kann der Buchkirchner Landwirt selbst decken. „Aber es wird noch spannend, dieses Jahr“, befürchtet Lettner, denn vor allem die Verfügbarkeit von Mineral- und Zusatzstoffen für das Tierfutter wird schwierig. „Vieles davon kommt aus dem Osten, auch aus der Ukraine und Russland“, vermutet der Hühner-Bauer.
Gewinner und Verlierer
Siegfried Haidinger hat derzeit keine Hühner. Er hat ausgestallt, weil er seinen Bio-Betrieb von 349 auf 6.000 Hühner erweitert. Bis jetzt ist er mit dem Futter, das von seiner eigenen letzten Ernte stammt ausgekommen. „Aber wenn wir dann etwas zukaufen müssen, wird es teuer“, ist dem Thalheimer Landwirt bewusst. Mit einer Futtermittelknappheit aufgrund des Ukraine-Kriegs rechnet er vorerst nicht, denn „das Futtergetreide im Biobereich müsste eigentlich heimisch sein“, verweist Haidinger auf die österreichische Produktion. Teuerungen wird es natürlich auch hier geben, aber „es gibt immer Verlierer und Gewinner“, gibt Haidinger zu bedenken, dass hiervon widerrum die heimischen Ackerbauern profitieren würden.
Auch der Diesel für die Traktoren wird teurer
Eine große Rolle spielen auch die steigenden Gas- und Energiepreise sowie die Spritpreise für Traktoren und Co. „Um die Mehrkosten von Futter, Jungtieren, Energie, Personal, Reparaturen und so weiter ausgleichen zu können, sind deutliche Preissteigerungen erforderlich. Da es 2021 nicht gelungen ist, die Mehrkosten auf den Erzeugerpreis umzulegen, wird die Situation 2022 noch dramatischer werden“, ist Landwirtschaftskammerpräsident Franz Waldenberger überzeugt.
Wiederbestallung ungewiss
Bis Ostern sei die Versorgung mit Frisch- und Färbeeiern in Österreich sichergestellt. Saisonbedingt und aufgrund des geringeren Eierbedarfs im Sommer werden viele Herden jedes Jahr nach Ostern ausgestallt. Die Stallungen werden gereinigt und danach wieder mit jungen Legehennen belegt. „Ob auch 2022 wieder im vollen Umfang belegt werden kann, wird an der Verfügbarkeit von Legehennenfutter liegen und an der Möglichkeit, die Teuerungen in der Produktion an die Konsumenten weitergeben zu können. Gelingt es nicht, deutliche Preisanhebungen umzusetzen, werden viele Stallungen nicht wiederbelegt“, so Waldenberger. Diese Situation sei europaweit gleich, weshalb dringend Maßnahmen von Erzeugern, Verarbeitern und dem Handel gesetzt werden müssen.


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