Thalheimer Grüne freuen sich über erste Wohnstraße
THALHEIM. Die letzte Gemeinderatssitzung der Marktgemeinde Thalheim im Jahr 2023 konnte mit einem verkehrspolitischen Meilenstein aufwarten: einstimmig wurde die erste Wohnstraße Thalheims vom Gemeinderat beschlossen. Konkret soll die Flösserstraße zwischen Günther-Wallner-Platz und der Mitte der Wohnanlage der Neuen Heimat zur Wohnstraße umgewidmet werden.

Der Grüne Vizebürgermeister Nationalratsabgeordneter Ralph Schallmeiner, fasst die Freude bei den Grünen zusammen: „Endlich hat sich der Gemeinderat in Thalheim zu einer echten Verkehrsberuhigungsmaßnahme durchringen können. Die Straße ist nicht nur von ihrer baulichen Beschaffenheit, sondern auch auf Grund der vielen dort lebenden Menschen prädestiniert für eine solche Maßnahme. Es hat einiges an Überzeugungsarbeit gebraucht, umso mehr freut es uns, wenn echte Beruhigungsmaßnahmen gesetzt werden.“
Beschluss mit bitterem Beigeschmack
Zur Freude über diesen für Thalheim verkehrspolitischen Meilenstein mischt sich bei den Grünen aber auch ein bitterer Beigeschmack. So wurde in derselben Sitzung der Beitritt zur Initiative „Städte und Gemeinden für Tempo 30“ des VCÖ abgelehnt. Die Initiative zielt darauf ab, den Gemeinden mehr Möglichkeiten zur selbst bestimmten Gestaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen auch auf höherrangigen Straßen zu ermöglichen.
„In Thalheim geht es vor allem um die Rodlberger und die Ascheter Straße. Beide sind Landesstrassen, entlang der Rodlberger Straße lebt im direkten Einzugsgebiet fast ein Drittel der Thalheimer Bevölkerung. Dazu kommen Kindergarten, Volksschule und Hort, die alle entlang dieser Straße liegen. Hier Tempo 30 zu verordnen wäre einerseits eine entsprechende Steigerung der Lebensqualität der Anrainer und andererseits ein Plus in Sachen Sicherheit für die Kinder. Die Initiative des Verkehrsclub Österreich setzt sich genau dafür ein. Diese aus Prinzip nicht zu unterstützen, erscheint uns als unverständlich und kontraproduktiv“, so Schallmeiner mit einer großem Unverständnis über die Ablehnung des Vorschlags durch ÖVP, FPÖ und SPÖ.
„Gemeinden sollten selbst entscheiden können“
VP-Bürgermeister Andreas Stockinger hingegen erklärt das „Nein“ des Gemeinderates, der sich an der Formulierung der Initiative des VCÖ stößt. „Das ist ein grünes Werbepapier, das von der Realität weit weg ist. Es ist kein Wunder, dass die Initiative von 2.800 Gemeinden nur 1.000 unterschrieben haben“, so Stockinger. Die Initiative an sich sich fände Stockinger gut, würde sich aber wünschen, dass Gemeinden im besiedelten Gebiet über das Tempo von Landesstraßen selbst entscheiden könnten.


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