InTalk der Landjugend mit Stephan Pernkopf im Schloss Weinzierl
Rund 350 Jugendliche kamen zur Diskussionsrunde „inTalk mit Stephan Pernkopf“ (ÖVP) ins Schloss Weinzierl nach Wieselburg, um ihre Anliegen für einen lebenswerten ländlichen Raum einzubringen. Die Fragen behandelten dabei vor allem die Infrastruktur, wie die Gesundheitsversorgung, Regionalität, und Abwanderung sowie das Zusammenspiel Bauern-Lebensmittelhandel-Konsumenten.

Bezüglich Kultur, Gesundheitsversorgung und Bildung dürfe laut Pernkopf „der ländliche Raum nicht zweitklassig sein“. Dem Ärztemangel würde mit Anreizen begegnet werden, die künftigen Ärzten die Entscheidung erleichtern solle, sich im ländlichen Raum niederzulassen und auch bei der Standortfrage künftiger FH-Studiengänge für das diplomierte Pflegepersonal solle auch der ländliche Raum berücksichtigt werden.
Der Abwanderung aus ländlichen Regionen könne am besten mit funktionierenden Wirtschaftskreisläufen begegnet werden, wobei auch die Konsumenten gefordert seien, ihre Einkäufe im Ort regelmäßig zu tätigen und nicht nur dann „wenn gerade die Milch ausgegangen ist.“
Bei der Förderung des öffentlichen Verkehrs müsse auch abgewogen werden, welche Lösungen kostengünstig sind. Ein Beispiel sei die Ybbstalbahn, die zum Schluss das ganze Jahr über nur etwa 2000 Fahrgäste befördert habe. Diese Fahrgäste würden jetzt kostengünstiger mit einem Bus fahren, gleichzeitig bringe der, auf der alten Bahntrasse entstandene, Radweg einen touristischen Aufschwung in der Region, so melde ein Gasthaus an der Bahnstrecke seit es den Radweg gibt, wieder steigende Besucherzahlen.
Selbstbestimmungsrecht der Regionen - gegen bürokratische Hürden
Pernkopf möchte auch das Selbstbestimmungsrecht der Regionen gestärkt sehen, regionale Probleme sollen in der Region selbst gelöst werden. Fragestellungen zu Biber, Fischotter oder Wölfen sollen nicht überregional bestimmt werden. Pernkopf verwies dabei auf eine Aussage von Reinhold Messner, der gesagt haben soll, dass Wölfe nicht in besiedelte Regionen, wie es der Alpenraum großteils sei, gehören.
Auch überbordender Bürokratie müsse Grenzen gesetzt werden – so dürfen zum Beispiel Lehrlinge im ersten Lehrjahr nicht mit Akkubohrmaschinen arbeiten. Laut Pernkopf solle da auf die Eigenverantwortung des Lehrherren gesetzt werden.
Bauern – Lebensmittelhandel - Konsumenten
Auf die Frage, ob die Zusammenarbeit mit den Handelsvertretern eher eine Chance oder eine Gefahr ist, beziehungsweise, ob Vorgaben des Handels wertvolle Ratschläge für die Art der Betriebsführung sind oder ein Diktat, war die Antwort von Pernkopf, dass es in diesem Zusammenhang um Marktmacht gehe.
Er weist auf das Beispiel Brauunion hin, die aufgrund der Größe festlegen könne, um wieviel das Bier teurer wird. Diese Vorgehensweise wäre auch auf den Milchpreis übertragbar, aber bei mehr als zehn Molkereien könnten diese gegeneinander leicht ausgespielt werden.
Die Konsumenten müssten verlässliche Partner für die Bauern sein und umgekehrt. Die Produkte müssten regelmäßig gekauft werden und nicht nur bei bestimmten Aktionen.
Energie und Umwelt
Zu Energie und Umwelt sagt der LH-Stellvertreter: „In Niederösterreich dürfen ab 2019 in Neubauten keine Ölheizungen mehr eingebaut werden. Die Energieversorgung wird in Zukunft dezentral und regional sein. Das jetzige System ist gescheitert.“ Die erneuerbare Energie müsse forciert werden, Atomkraft sei keine Option.
Bezüglich Bodenversiegelung in ländlichen Gebieten müsse vorab genau abgeschätzt werden, welche Verbauungen sinnvoll sind. Einerseits müsse mit dem Boden sparsam umgegangen werden aber die Bodennutzung für Betriebe bedeute auch Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region.
Bei der Förderung des öffentlichen Verkehrs müsse auch abgewogen werden, welche Lösungen kostengünstig sind.
Ein Beispiel sei die Ybbstalbahn, die zum Schluss das ganze Jahr über nur etwa 2000 Fahrgäste befördert habe. Diese Fahrgäste würden jetzt kostengünstiger mit einem Bus fahren, gleichzeitig bringe der, auf der alten Bahntrasse entstandene, Radweg einen touristischen Aufschwung in der Region, so melde ein Gasthaus an der Bahnstrecke seit es den Radweg gibt, wieder steigende Besucherzahlen.


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