Premiere: Romeo und Julia in der Stiftsscheune
WILHERING. Der Vertrauensvorschuss in das TheaterSPECTACEL ist groß - die meisten Besucher buchen gleich beide Stücke - „Romeo und Julia“ und „Es war die Lerche“ (folgt im August). Und diese Vorschusslorbeeren zahlen sich aus. Das hat das Ensemble bei der Premiere von Romeo und Julia (12. Juli) unter Beweis gestellt.

Es ist ein Spectacel - rasant, witzig, modern und trotzdem: Shakespeare bleibt ganz klar erkennbar. In der Inszenierung von Joachim Rathke will eine Straßentheatertruppe der 1596 geschriebenen Tragödie neues Leben einhauchen.
Dabei führt Sven Kaschte neben seiner Rolle als Pater Lorenzo (im „Bad Religion“ T-Shirt) auch als Regisseur der Hobby-Truppe durch den Abend. So rasant wie einen die oft cholerischen Regieanweisungen aus der Handlung katapultieren, werfen sie einen auch wieder zurück. Und das auf herzhaft komische Art und Weise.
Für die Komik der Tragödie sorgen auch zwei Maulpuppen, die die von Hass zerfressenen Väter Montague (ein verbohrter Linker) und Capulet (ein unbelehrbarer Rechter) verkörpern. Intensiv gesprochen von Bettina Buchholz und Sabine Martin, die gleichzeitig auch noch die Gemahlinnen darstellen. So viel Multitasking verlangt gebührenden Respekt − wie auch die gesanglichen Zwischeneinlagen aller Mitwirkenden, die die Zuschauer von Bühnenbild zu Bühnenbild hinübertragen.
Fazit: Bei aller Tragik des Stoffes ein Stück zum herzhaft Lachen − auf hohem Niveau.


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