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WILHERING. Paul Schmid ist mit Österreichs U20 Eishockeynationalmannschaft heuer Weltmeister in der Gruppe 1 geworden und steht vor dem Wechsel in die USA. Tips erzählt der gebürtige Wilheringer über seine Liebe zum Eishockey, seine bisherigen Höhepunkte und seine nächsten Ziele in seinem noch jungen Sportlerleben.

Paul Schmid (r.) präsentiert stolz seine WM-Goldmedaille. Foto: IIHF
  1 / 3   Paul Schmid (r.) präsentiert stolz seine WM-Goldmedaille. Foto: IIHF

Tips: Du spielst seit 2017 in Norwegen. Was verbindet dich mit deiner Heimat?

Paul Schmid: Ich bin in Wilhering aufgewachsen und finde es super schön. Ich habe eine super Kindheit gehabt, auf die ich sehr gerne zurückblicke. Daher habe ich natürlich eine spezielle Verbindung zu Wilhering. Wilhering ist für mich immer einfach „daheim“.

Tips: Wann hast du wo mit dem Eishockey spielen begonnen?

Schmid: Mit fünf Jahren habe ich bei den Black Wings in Linz zu spielen begonnen. Da ist alles losgegangen, seither ist Eishockey einfach das größte in meinem Leben.

Tips: Was fasziniert dich besonders an der Sportart?

Schmid: Besonders fasziniert mich die Schnelligkeit bei diesem Sport. Aber auch die Vielseitigkeit, man muss so viele Sachen können, um im Eishockey gut zu sein. Ebenfalls, dass es ein Teamsport ist und du als Teamspieler fungieren können musst. Ich liebe einfach die Schönheit des Sports.

Tips: Wann bist du aus Österreich weggegangen und warum?

Schmid: Ich habe einen finnischen Trainer kennengelernt, der den Plan gehabt hat, in Norwegen die Nordic Hockey Academy aufzumachen. Mich hat das Programm sehr interessiert, ich habe die Chance ergriffen und den nächsten Schritt gemacht. 2017 bin ich dann mit 17 ½ Jahren nach Norwegen gegangen. 

Tips: Was ist in Norwegen anders als in Österreich? Was kann man vielleicht vergleichen?

Schmid: Natürlich gibt es ein paar kulturelle Unterschiede zwischen den beiden Ländern, aber für mich persönlich sind sie ziemlich ähnlich. Norwegen ist ein super Land und ich habe mich direkt wohlgefühlt. Die Leute sind richtig nett und für mich hat es einfach gepasst.

Tips: Wie ist das Niveau im Eishockey in Norwegen im Vergleich zu Österreich?

Schmid: Das Niveau ist im Juniorenbereich in Norwegen schon besser. Es ist halt skandinavisch, sehr an Finnland und Schweden angelehnt. Nicht ganz auf dem Niveau von Schweden, aber trotzdem technisch sehr gut. Sie haben mehr Mannschaften wie wir in Österreich, das erhöht den Konkurrenzkampf und das Level insgesamt. Für mich war es eine professionelle Plattform, dass ich meine Karriere auf das nächste Level anhebe.

Tips: Du hast mit Österreich bei der U20 WM der Division I den Titel geholt und somit sensationell den Aufstieg in die A-WM geschafft. Erzähle uns davon.

Schmid: Ja die WM war unglaublich. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Wir haben ein super Team gehabt, die Stimmung war sehr gut. Wir haben uns alle super verstanden, auch mit dem Trainerteam und den Betreuern. Es hat einfach gut zusammengepasst. Dass ich als Assistant-Captain auflaufen durfte und dass ich das „A“ auf die Brust bekommen habe, war unglaublich.

Tips: Was war dabei dein persönlicher Höhepunkt?

Schmid: Für mich das Highlight war der Sieg gegen Lettland, wo wir im Aufbauspiel vor der WM 9:2 verloren haben. Bei der WM konnten wir dann das beinahe entscheidende Spiel mit einer ganz starken kämpferischen Leistung gegen die Letten mit 2:1 gewinnen. Und am Tag darauf haben wir uns dann noch die Goldene geholt – das war ein brutales Erlebnis.

Tips: Was waren die ausschlaggebenden Gründe, dass ihr mit Österreich als sicher nicht Favorit die Weltmeisterschaft für euch entscheiden konntet?

Schmid: Einer der größten Gründe war die Teamkonstellation. Die Trainer haben einen sehr guten Job bei der Spielerauswahl gemacht. Wir haben einen super Teamspirit gehabt und uns alle super verstanden, das hat uns sehr geholfen. Ausschlaggebend war sicher auch, dass jeder im Team das gemacht hat, war wir besprochen haben und alles fürs Team gegeben hat. Das gibt es nicht so oft im Sport, aber wenn jeder voll dabei ist, dann geht es dahin. Das war eines der ersten Male, wo ich das so erleben habe können, dass das wirklich so funktioniert. Speziell weil wir eben nicht die Favoriten waren, es aber trotzdem geschafft haben, die Goldene zu holen. 

Tips: Neben dem Gewinn der WM, was war für dich bisher dein größter sportlicher Erfolg?

Schmid: Dieses Jahr haben wir mit einer neuen Mannschaft in der U21 Liga in Norwegen die Playoffs geschafft. Wir wären glaube ich weit gekommen, wenn wir weiterspielen hätten können. Dass ich jetzt persönlich den Wechsel nach Amerika unter Dach und Fach gebracht habe und damit einen Schritt weiter gehen kann in Richtung College, ist für mich auch ein sehr großer Erfolg. 

Tips: Dein Wechsel in die USA ist kurz vor Ostern bestätigt worden. Wo geht die sportliche Reise hin? Was erwartest du dir sportlich von diesem Schritt?

Schmid: Ja genau. Im Herbst werde ich nach Amarillo, Texas, ziehen. Das Team, die Amarillo Bulls, spielt in der NAHL (North American Hockey League) und ich erwarte mir, dass ich dort dann gleich einschlage. Auch wenn ich mich wahrscheinlich an das amerikanische Eishockey erst ein bisschen umgewöhnen muss – die kleinere Eisfläche und den Spielstil – will ich gut spielen. Ich hoffe, dass mich möglichst schnell ein College aufpickt und ich das Jahr danach ins College-Hockey einsteigen kann. Deshalb bin ich dort.

Tips: Welche Auswirkungen hat oder kann die Corona Pandemie auf deine weitere sportliche Laufbahn beziehungsweise den Wechsel haben?

Schmid: Wegen Corona bin ich eben gerade zuhause in Österreich. Ich trainiere hier und versuche mich fit zu halten, dass ich dann bereit bin, wenn es wieder losgehen kann. Bis jetzt sieht es so aus, als würde es keine Auswirkungen auf die nächste Saison haben und es kann so weitergehen kann wie geplant – dass ich im August rüberfliegen kann. Das einzige was passieren könnte, ist dass es eben nach hinten verschoben wird und ich erst später in die USA kann.

Tips: Gibt es noch andere Sportarten die du gerne und regelmäßig betreibst?

Schmid: Abseits vom Eishockey spiele ich gerne Tischtennis, Beachvolleyball und Basketball. Ich betreibe überhaupt sehr gerne Sport. Im Fernsehen verfolge ich auch sehr gerne amerikanische Ligen wie die NFL (American Football, Anm.) und die NBA (Basketball, Anm.)

Tips: Und abseits vom Sport?

Schmid: Grundsätzlich mache ich sehr gerne etwas mit meinen Freunden, wie im Sommer baden gehen. Sonst ganz normale Sachen, Netflix schauen, Playstation spielen usw. 


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