Stanek im Sommergespräch: „Kommunalpolitischer Bezug stets wichtig“
LINZ-LAND. Im zweiten Teil der Tips-Sommergespräche 2016 steht VP-Bezirksparteiobmann und Landtagsabgeordneter Wolfgang Stanek Rede und Antwort zu brennenden Themen, die den Bezirk bewegen.

Tips: Bisher ist es ein ereignisreiches Jahr. Was bewegt die Menschen im Bezirk Linz-Land?
Wolfgang Stanek: Nach wie vor ist es die Flüchtlingsfrage, die die Menschen sehr bewegt. Wobei die derzeitige Situation zeigt, dass zum einen die eingeführte Obergrenze auf Bundesebene etwas bewirkt hat. Zum anderen bin ich überzeugt, dass die 'Mindestsicherung NEU' in Oberösterreich das Ihre dazu beitragen wird, um letztlich auch zu geordneteren Verhältnissen zu kommen.
Tips: Wie steht es um die Sicherheit im Bezirk Linz-Land?
Stanek: Der Bezirk liegt im Zentralraum und ist aufgrund seiner Verkehrsanbindung günstig für kriminelle Banden, die Dämmerungseinbrüche verüben. Zudem ist die Personalsituation der Polizei bei uns nach wie vor nicht zufriedenstellend. Im Bezirk haben wir etwa 245 systemisierte Dienstposten, davon sind etwa 200 Beamte wirklich vor Ort. Die anderen sind beispielsweise in Karenz, verletzungsbedingt nicht da oder sind bei Spezialkommandos tätig, daher nicht am Dienstposten.
Tips: Welche Maßnahmen kann man dagegen setzen?
Stanek: Im Bezug auf die Sicherheit sind zum einen Maßnahmen seitens der Bevölkerung wie zivile Achtsamkeit sowie Selbstverantwortung in der eigenen Umgebung gefragt. Zum anderen begrüße ich die Polizeiinitiativen und -kampagnen, die die Bevölkerung dahingehend sensibilisieren. In puncto Polizeipersonal hoffe ich, dass nun genügend Beamte für die nächsten Jahre ausgebildet werden, die den Karenz-Pool (dabei werden ausgebildete Polizeischulabsolventen aus ganz Oberösterreich genau dorthin geschickt, wo Personal fehlt, Anm. d. Red.) beziehungsweise die Personalfehlstände ausgleichen und damit Notstände in einzelnen Dienststellen beheben.
Tips: Wie geht es den Freiwilligen Feuerwehren?
Stanek: Mein Vorschlag, Anreize für freiwilliges Engagement auch im öffentlichen Dienst zu schaffen, steht kurz vor der Realisierung. Hier soll die Tageseinsatzbereitschaft bei den Freiwilligen Feuerwehren vor Ort sichergestellt werden. Etwa dadurch, dass aktive Feuerwehrmitglieder den Vorzug bekommen sollen, im öffentlichen Dienst, z.B. an der heimischen Gemeinde, einen Job zu bekommen.
Tips: Das Thema Verkehr beherrscht nach wie vor die Schlagzeilen im Bezirk...
Stanek: Definitiv. Im Herbst soll eine Entscheidung darüber fallen, ob die Westbahnstrecke viergleisig zum Flughafen verschwenkt oder am Bestand ausgebaut wird. Ich trete für den Bestandsausbau der Westbahn im Bereich Pasching/Hörsching ein.
Tips: Bei all den großen Themen – wie bewahren Sie sich den Blick für das Kleine?
Stanek: Durch den kommunalpolitischen Bezug. Ich bin viel unter Menschen, rede mit ihnen und höre genau hin. Bezirksparteiobmann zu sein bedeutet in Wahrheit, alle 22 Gemeinden im Bezirk zu hören.
Wolfgang Stanek (ÖVP)
- geboren am 7. Oktober 1959
- wohnt in Wilhering
- verheiratet, ein Sohn
Funktionen:
- Landtagsabgeordneter
- Bereichssprecher für Sicherheit
- Landesbildungsreferent der OÖVP
- Bezirksparteiobmann Linz-Land
- Fraktionsobmann ÖVP Wilhering


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