Mit einer U-Bahn neue Wege in der Verkehrspolitik gehen
GROSSRAUM LINZ. Mit der Idee einer U-Bahn für den Großraum Linz lässt Vizebürgermeister und Nationalrats-Kandidat Markus Langthaler (VP/Liste Kurz) aufhorchen. Unter dem Motto „nicht nachpflastern, sondern in die Zukunft blicken“ präsentierte er Tips exklusiv seine Vision der ersten Untergrundbahn außerhalb der Bundeshauptstadt.

von SILKE KREILMAYR
Linz und Linz-Land zählen zum zweitgrößten Wirtschaftsraum Österreichs und weisen steigende Beschäftigungszahlen auf. Beide Bezirke haben gemeinsam etwa 240.000 Arbeitsplätze. Daher pendeln pro Tag 110.000 Arbeitnehmer in den Großraum Linz ein. Über die B139 Harter Plateau kommen 27.000 und über die B1 Salzburgerstraße 36.000 Arbeitnehmer in den Großraum Linz. Um die Anforderungen der Zukunft zu bewältigen, braucht es laut Langthaler einen völlig neuen Ansatz.
Streckenführung
Die erste Linzer U-Bahn soll daher ausgehend von der Trauner Kreuzung über die Salzburgerstraße entlang bis zum EKZ Infra Center führen. Von dort geht es mit einer Biegung weiter bis zum Hauptbahnhof. Vom Hauptbahnhof aus schlägt Langthaler vor, die Linienführung der geplanten Straßenbahnlinie 2 zu nutzen (die ja zum Teil schon unterirdisch geplant ist). Das bedeutet: Krankenhausviertel – Neue Mitte – Parkbad – neue Linzer Donaubrücke – Lindbauer (Umsteigeknoten Urfahr West) und schließlich: Johannes Kepler Universität.
„Ein öffentliches Angebot ist nur dann hilfreich, wenn es auch wirklich attraktiv ist. Derzeit fährt man mit der Straßenbahn von Traun zur JKU 47 Minuten, da fahren viele lieber mit dem Auto in der halben Zeit“, so der Jungpolitiker. Warum er genau jetzt den richtigen Zeitpunkt gekommen sieht, eine Linzer U-Bahn für die Zukunft mitzuplanen, erklärt er folgendermaßen: „Derzeit sind zahlreiche überregionale Verkehrsprojekte im Planungsstadium. Diese könnten vernünftig verschmolzen und aufeinander zu einer großen Lösung abgestimmt werden. Dieses 'Window of Opportunity' gilt es zu nutzen.“
Finanzierungs-Idee
Einsetzen will sich der Wilheringer dafür als Nationalratsabgeordneter im Parlament in Wien. Denn um so ein Projekt finanzieren zu können, braucht es den Bund als Partner.Derzeit werden Projekte dieser Art von Land und Stadt, zu einem ausverhandelten Prozentsatz, finanziert. Langthaler orientiert sich für seine Pläne am Wiener Modell, bei dem die Hälfte der Kosten vom Bund übernommen wird: „Der Bau und der Betrieb des knapp 80 Kilometer langen Wiener U-Bahnnetzes wurde zu 50 Prozent von allen österreichischen Steuerzahlern mitfinanziert.“
Dass es sich bei dem Vorhaben um eine Vision handelt, ist ihm bewusst: „Aber wenn führende Kräfte auf den Zug aufspringen und die Idee für gut halten, dann bin ich überzeugt, dass das Modell Zukunft hat. Natürlich müssten für so ein Vorhaben alle an einem Strang ziehen, über parteipolitische Grenzen hinweg.“
Vorbild Nürnberg und Karlsruhe
Vergleichbare europäische Städte verfügen bereits über eine U-Bahn und das bei teilweise geringeren Einwohnerzahlen und schwächeren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. So hat etwa Nürnberg (509.900 Einwohner) eine U-Bahn von 37 Kilometern Länge und in Karlsruhe (310.000 EW) wird derzeit auch eine Bahn gebaut, die zum Teil unterirdisch verläuft.
Zur Person
Auf den U-Bahn-Geschmack ist der 36-jährige Wilheringer bei seinem Studium der Geschichte und Politikwissenschaften in Wien gekommen. Zudem war er Pressesprecher beim Wiener Wirtschaftsbund und im Straßenbaureferat des Landes OÖ. Langthaler befindet sich auf der Kandidatenliste für die Nationalratswahl auf Platz fünf für den Regionalkreis Linz/Linz-Land.
Folgende Verkehrsverbesserungen im Großraum Linz sind derzeit in der „Pipeline“
- ASFINAG-Planung für A7 Autobahnanschluss Linz-Auhof
- Neue Linzer Donaubrücke Eisenbahnbrücke Ersatz
- 2. Straßenbahnachse
- Westring mit Donaubrücke
- 2 zusätzliche Brücken durch A7 Sicherheitsausbau
- Umfahrung Haid 2S-Bahn-System
Streckenführung
Der mögliche Verlauf der U-Bahn soll sich an folgenden Punkten – technische Machbarkeit vorausgesetzt – orientieren:
- Trauner Kreuzung
- EKZ Infracenter/Interspar
- Hauptbahnhof Krankenhausviertel
- Neue Mitte
- Parkbad
- neue Linzer Donaubrücke
- Lindbauer (Umsteigeknoten Urfahr West)
- Johannes Kepler Universität


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