"Eichmann" macht betroffen
WINDHAAG. „Tretet engagiert gegen Ausgrenzung und Mobbing auf! Zivilcourage und Empathie sind nur möglich wenn man längere Zeit in den Schuhen des Anderen geht“ - Das ist eine der zentralen Botschaften von Franz Froschauer in der Diskussion mit Jugendlichen nach der Aufführung des Theaterstücks Eichmann in Windhaag.

Froschauer vermittelte eindrucksvoll Adolf Eichmanns versuchte Rechtfertigung vor seinen Anklägern in Tel Aviv. Als Schreibtischtäter und Befehlsempfänger mit unbedingten, anerzogenen Gehorsam zeichnet Franz Froschauer den in Linz aufgewachsenen Mitorganisator des Holocausts. Die Angst des Täters vor der Verurteilung wurde für den Zuschauer intensiv spürbar. Eichmann sieht sich selber nur als Teil eines Systems, er erlebt das Schicksal der Opfer nur aus der Ferne.
Bei der Premiere in Windhaag konnte Bürgermeister Erich Traxler eine Reihe von Ehrengästen begrüßen: Nationalrat Michael Hammer, die tschechische Diplomatin Botschaftsrätin Dana Baschova und Landeshauptmann-Stellvertreter a. D. Franz Hiesl.
Das Green Belt Center möchte mit Sonderausstellungen und Veranstaltungen die gemeinsame Geschichte des Grenzraumes zwischen Südböhmen und Oberösterreich vermitteln. Derzeit wird als Kontrapunkt zu „Eichmann“ die Sonderausstellung Sophies Entscheidung gezeigt. Sophies Entscheidung schildert die Schicksale jüdischer Kinder, die nach Dänemark verschickt und so vor den Nationalsozialisten gerettet wurden.


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