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WINDHAAG. Süß, scharf oder bierig: Familie Friesenecker gibt zur Jause gerne ihren Senf dazu. Vom „Biberhof“ in Pieberschlag kommt der erste Mühlviertler Bio-Senf. 

Franziska und Leo Friesenecker setzen auf Senf. Foto: ziskafotografie.at
Franziska und Leo Friesenecker setzen auf Senf. Foto: ziskafotografie.at

Senf, Zwiebel, Essig, Gewürze, je nach Sorte auch noch Zucker und Bier: Auch wenn die Zutatenliste nicht allzu lang ist, hat es Franziska und Leo Friesenecker (siehe obiges Foto) einiges an Zeit und Tüftelei gekostet, ein eigenes Senf Geheim-Rezept zu (er)finden. „Wir haben Seminare, Manufakturen und private Senf-Macher besucht, uns intensiv mit der Senf-Thematik beschäftigt“, sagt das Ehepaar, das zwar schon viele Jahre Senfpflanzen anbaut - bisher wurde Öl daraus gemacht - aber heuer erstmals auch Senf in drei Sorten produziert hat: süßen Senf, scharfen Senf und den Biersenf mit etwas herberer Geschmacksnote. „Vom Körndln anbauen über die Pflege und die Ernte bis zur Senf-Veredelung geschieht alles auf unserem Hof“, sagt Leo Friesenecker. 1,5 Hektar der insgesamt 55 Hektar großen Landwirtschaft werden mit Senf bepflanzt, der im Juni goldig gelb blüht und von weitem optisch leicht mit Raps verwechselt werden kann. Nach der Ernte werden die Senfkörner in einer eigens eingerichteten Senfstube gemahlen, zu Senf veredelt in 100-Gramm-Rex-Gläser abgefüllt und etikettiert.

Die Vielfalt macht“s aus

Der Senf ist aber nur eines von vielen Standbeinen von Familie Friesenecker, zu der auch noch Sohn Florian (6) - seines Zeichens Hühnerbauer und Ziehharmonikaspieler - und die beiden erwachsenen Töchter Petra und Anja gehören. Auf dem Bio-Bauernhof wird auch Milchviehhaltung betrieben; wird Dinkel, Emmer und Einkorn angebaut, außerdem Kartoffel, Erdbeeren sowie verschiedene Ölfrüchte und Kräuter. Neben Hühnern und Wachteln, zuständig für die Eierproduktion, leben am Hof auch Freilandschweine - aus ihnen wird einmal G“selchtes - und Weideochsen. „Der Biberhof lebt von der Vielfalt“, sagt Franziska Friesenecker und ihr Mann ergänzt: „Der biologische Gedanke ist ja ein Kreislaufgedanke. Alles hat seine Bestimmung, alles wird verwertet. Wenn ich aus dem Mähdrescher etwa eine Schwinge voll Kräuterreste klaube, bekommen die unsere Schweine zu fressen. Das gibt am Ende dann Kräuterfleisch.“


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