Karriere im Big Apple: Windhaager Manfred Affenzeller ist Investment Banker in New York
WINDHAAG. Als Manfred Affenzeller, aufgewachsen im Dörfchen Riemetschlag, das erste Mal als Student nach New York kam, schlug er sich noch als Bartender durch. Heute leitet der 44-Jährige eine Abteilung im Investment Banking der Deutschen Bank in New York, wo er mit seiner Frau und dem gemeinsamen Sohn in Manhattan lebt.
„Österreich ist unsere stabile Insel“, sagt der Investmentbanker. „Auch wenn wir nur selten dort sind – meine Eltern in Windhaag besuchen wir etwa einmal im Jahr – es ändert sich nicht viel, das ist ein beruhigendes Gefühl. Wir genießen das Essen, die Ruhe und die Gelassenheit im Vergleich zu New York, und natürlich auch die Natur und die schöne Landschaft“, berichtet der gebürtige Windhaager.
Freunde fürs Leben
Manfred Affenzeller besuchte die örtliche Volksschule, bevor er auf das Gymnasium in Freistadt und später in die HTL für Elektrotechnik in Leonding wechselte. „Da wohnte ich im Internat, die Teenagerjahre fern von daheim waren eher wild. Die Schule ist mir aber immer leicht gefallen und trotz der Schlawinereien in den Nächten habe ich den Unterricht selten verpasst und ich bin eigentlich nie unvorbereitet in die Schule gegangen. In der HTL habe ich auch Freunde fürs Leben gefunden. Einer lebt in Montreal und einer in Connecticut, wir sehen uns auch heute noch alle paar Wochen.“
Als Bartender gearbeitet
Während seines Elektrotechnik-Studiums verschlug es den Windhaager für ein Auslandssemester nach New York – quasi ohne Geld in den Hosentaschen. Über Wasser hielt er sich mit einem Job als Bartender. Zurück in Wien finanzierte Affenzeller auch dort sein Studium für einige Jahre als Bartender. „Auch meine Eltern haben mich finanziell unterstützt“, sagt der 44-Jährige. Danach arbeitete Affenzeller als Consultant bei einem Wiener Unternehmen.
In Venezuela Ehefrau Angelica kennengelernt
„Nach der DotCom-Krise im Jahr 2001 nahm ich ein Jahr Sabbatical und reiste nach Venezuela“, berichtet Affenzeller. Dort traf er Angelica, die er nach nur zehn Wochen vom Fleck weg heiratete.
Das Paar zog 2003 nach New York, als Manfred Affenzeller an der Columbia Business School inskribierte. Seit 2005 ist er im Big Apple im Investment Banking für die Deutsche Bank tätig. „Ich wollte schon immer in New York wohnen“, wurde damit für ihn ein Traum wahr. Sohn Leo (9) wurde 2009 geboren. Hund Otto komplettiert den Haushalt der Affenzellers.
Ausgleich Rennradfahren
„Wir leben an der Südspitze von Manhattan und haben ein Wochenendhaus im Hudson Valley, wo es so ähnlich wie im Mühlviertel aussieht: grüne, hügelige Landschaften mit Straßen ideal zum Radfahren“, sagt der österreichisch-amerikanische Doppelstaatsbürger, der in seiner kargen Freizeit leidenschaftlich gerne Rennrad, gelegentlich auch Mountainbike fährt und im heurigen Sommer sogar an einem Radrennen in den Französischen Alpen teilnehmen wird. „Schon als Kind bin ich von einem Dorf zum nächsten geradelt, um mich mit meinen Freunden zu treffen. Das war bei uns in den 1970ern, 80ern durchaus so üblich.“
„Sind eine typische New Yorker Familie“
In den USA fühlt sich die Familie wohl. „Aufgrund unseres internationalen Backgrounds sind wir eine typische New Yorker Familie und wir werden voraussichtlich auch in den USA bleiben. Amerika ist und bleibt das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wie meine eigene Geschichte zeigt. Die Offenheit und die positive Einstellung der Menschen hier sind das Beste. Aber auch die Vielfalt des Landes ist einmalig“, schwärmt Affenzeller.
Kontakt per Skype
Mit den Eltern daheim in Riemetschlag – „sie haben mich immer in allem toll unterstützt und die großen Entscheidungen im Leben mir überlassen“ – hält Affenzeller per Skype oder WhatsApp Kontakt.
Im heurigen Sommer wird Leo, der dreisprachig aufwächst, auch einige Wochen Ferien bei Oma und Opa in Windhaag machen und dabei sein Deutsch aufbessern.
„Am meisten vermisse ich Hascheeknödel mit Sauerkraut“
Auf die Frage, was er an Österreich am meisten vermisst, antwortet Affenzeller: „Hascheeknödel mit Sauerkraut und die Alpenstraßen zum Radfahren.“


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