Gebürtige Windischgarstnerin setzt sich für Straßenkinder in Bolivien ein: Jedes Kind hat ein Recht auf Identität
WINDISCHGARSTEN. Nach einem gemeinnützigen sozialen Jahr wurde Bolivien für die gebürtige Windischgarstnerin Anna Antensteiner zur zweiten Heimat. Seit 2008 ist sie jedes Jahr dort – derzeit seit September – und engagiert sich für das Straßenkinderprojekt „Alalay“.

Die Non-Profit-Organisation Alalay wurde 1990 in Bolivien gegründet und setzt sich für die Rechte der Kinder ein. Mit Hilfe des gleichnamigen österreichischen Vereins, welcher vom ehemaligen ORF-Moderator Walter Witzany und seiner Ehefrau und bolivianischen Konsulin Cecilia gegründet wurde, konnten zwei Kinderdörfer und mehrere weitere Häuser erbaut werden.
Anna Antensteiner organisiert Patenschaften und Schulprojekte
Die Windischgarstnerin Anna Antensteiner verbrachte 2008 ein Jahr im Kinderdorf La Paz und ist seither konstant für das Projekt im Einsatz. Sie organisiert Patenschaften und Schulprojekte. „Neben meinen Aufgaben im Projekt belege ich Kurse auf der bolivianischen Universität zu ,Multidimensionaler Armut' und ,Vulnerabilitäten im Lebenszyklus' und schreibe meine Forschungsarbeit zum Thema ,Reintegration in die Herkunftsfamilie institutionalisierter Kinder und Jugendliche in Bolivien'. Damit kann ich mein Masterstudium ,Internationale Entwicklung' an der Universität Wien abschließen“, erzählt Anna Antensteiner.
Kirchdorfer Pateneltern
Alle Kinder, die sich in den Alalay-Kinderdörfern befinden, haben österreichische Pateneltern. Seit 2011 sind auch die Kirchdorfer Rosemarie und Alois Greul Pateneltern. „Das Engagement von Alalay hat viel zu meiner Entscheidung beigetragen, mir ein Patenkind zu nehmen. Regelmäßige Post vom Patenkind ist motivierend, sich zu engagieren. Besonders bewegend war es für mich, als ich mein Patenkind Maria persönlich kennenlernen konnte“, berichtet Rosemarie Greul.
Recherche nach Herkunft
Alalay erweiterte nun seine Aufgaben im präventiven Bereich. Mit der Kampagne „Yo también cuento“ (Jedes Kind zählt) werden in Zusammenarbeit mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF und der britischen Organisation Toybox Kinder, Jugendliche und Familien bei der Recherche ihrer Herkunft unterstützt. Mit einer Spende von elf Euro kann einem Kind das Recht auf Identität zurückgegeben werden. Seit April 2018 erhielten schon 512 junge Menschen (und weitere 106 im Pilotprojekt) einen Identitätsnachweis.


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