Kräfte der Wildnis – Gesundheit und Wohlergehen in unberührter Natur
WINDISCHGARSTEN. Rund 150 Besucher lauschten den Vorträgen der acht Referenten bei einer Tagung zum Thema „Kräfte der Wildnis“ im Kulturhaus Römerfeld in Windischgarsten. Das Resümee: Bewegung in der Natur, speziell im Wald, hält länger fit.

Für Daniela Haluza von der Medizinischen Universität Wien (Zentrum für Public Health) steht fest: „Wald ist das grüne Vitamin. Wald hat einen positiven Einfluss auf die Psyche und den Körper. Er hat eine gesundheitsfördernde und krankheitsvorbeugende Wirkung. Durch Bewegung im Wald wird die zelluläre Immunabwehr aktiviert, weil es zu einer Erhöhung der Anzahl und zu größerer Aktivität der natürlichen Abwehrzellen kommt. Der Wald hat zusätzlich eine positive Auswirkung auf die Lungenfunktion, wodurch mehr Sauerstoff aufgenommen werden kann. Besonders positiv wirken sich Waldaufenthalte auf Herz- und Kreislauffunktionen aus.“
Bewegung im Wald ist gesund
Wissenschaftliche Tests nach Waldaufenthalten ergaben nachweislich niedrigere Blutdruckwerte und eine Senkung der Pulsfrequenz. Längere Waldaufenthalte führen zu einem gesünderen Schlaf und dieser wiederum zu einer besseren Regeneration. Ganz besonders hingewiesen hat die Medizinerin auf den Umstand, dass der Bewegungsaufenthalt in der Natur Erholung von intellektueller Anstrengung und Erschöpfung bietet.
„Wildnis macht Kinder beziehungsfähig“
Der Biologe und Philosoph Andreas Weber forderte Wildnis für Kinder ein. „Wildnis ist, wo Kinder bedingungslos spielen können. Kinder brauchen Räume, wo sie ihren Instinkten und Gefühlen nachgehen können. Wild sein bedeutet lebendig und nicht durch Erwachsene beurteilt sein. Dadurch finden Kinder zu sich selbst und werden beziehungsfähig.“ Seiner Meinung nach sind Kinder zu sehr ans Haus und die Wohnung gekettet. In Kombination mit den neuen Medien führe dies zu mangelnder Beziehungsfähigkeit.
„Traurig, dass es Nationalparks braucht, um die Natur vor dem Menschen zu schützen“
Genetiker Markus Hengstschläger hielt ein Plädoyer für vielfältige Natur, deren genetische Strategie Individualität und Kreativität sind. Für Hengstschläger ist es eine traurige Wahrheit, dass es Nationalparks braucht, um die Natur vor dem Menschen zu schützen, weil ansonsten zu befürchten ist, dass dieser sie zerstört. Er stellte in seinem Statement abschließend fest: „Zu behaupten, dass den Menschen schon was einfallen wird, wenn es so weit ist, ist eine völlig falsche Annahme, denn unsere eigenen Fehler beheben, das können wir Menschen am wenigsten.“
Nationalpark-Direktor Erich Mayrhofer wies darauf hin, dass die Vorträge in einem Tagungsband zusammengefasst und publiziert werden.


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