Erfolg für Zeller Schlossgespräche
ZELL AN DER PRAM. „So viel, dass sie Menschen kreativ macht, sie strahlen und sich einsetzen lässt, die Welt besser zu machen.“ „Ich brauche Gott nicht. Er ist zu nichts zu gebrauchen.“ Mit diesen Sätzen markierten Christine Haiden und Paul Michael Zulehner die Bandbreite der Diskussion „Wie viel Religion braucht der Mensch?“ im Schloss Zell/Pram.

Nach dem Auftakt mit der Kabarettistin Lydia Neunhäuserer und den Auhäusler Sängern lauschten mehr als 200 Personen interessiert den Podiumsteilnehmern. Von verschiedensten Seiten näherte man sich dem Thema: Die Journalistin Christine Haiden etwa betonte, dass es vor allem darauf ankomme, wie Religion gelebt wird. Vergleichbar mit der Evolution vom Käfer, der von seinem Panzer getragen wird, zum Wirbeltier, das sich aufrichtet und beweglich ist, hält sie eine Entwicklung in der Religion für nötig: Vom schützenden Panzer durch Dogmen und Vorschriften zum eigenverantwortlichen Glauben.
LASK-Trainer Oliver Glasner berichtete, dass Spieler aus verschiedenen Ländern und Kulturen im Kader stehen. Religion müsse gut tun. In der Mannschaft spiele es keine Rolle, ob jemand katholischer oder orthodoxer Christ, Muslim oder Atheist sei. Er versuche, vor allem Werte wie Respekt zu vermitteln, und „wenn es uns schlecht geht, helfen wir zusammen.“
Von der Suche der Gäste nach etwas, das ihrem Leben Halt gibt, berichtete auch die Leiterin des Curhauses Bad Mühllacken, Elisabeth Rabeder. Immer wieder erlebt sie, dass die achtsame Berührung zutiefst heilsam sei. Der Körper sei für viele das Tor zu ihrem Innersten und für manche auch zu Gott.
Eine besonders erfrischende Sichtweise vermittelte der 78-jährige Pastoraltheologe Paul Michael Zulehner. So manchen Zuhörer lockte er aus der Reserve mit seinen Ausführungen. Die Versuchung sei immer groß, Gott für die eigenen Interessen zu missbrauchen. Das Wesen der Religion sei aber Verbundenheit. Er sieht eine Entwicklung von einer „gesatzten Dogmatik in Richtung mystische Erfahrung“. Gemeinschaft und Rituale seien notwendig, um nicht „religiöse Analphabeten“ zu werden.


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