ZWETTL. Von „Stau, Stau, Stau“ sangen Kinder im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Umfahrung Zwettl. Und genau das, nämlich verstopfte Straßen in Zwettl, die sollen ab sofort der Vergangenheit angehören. Denn die 10,7 Kilometer lange Umfahrung soll die gewünschte Entlastung der Stadt Zwettl bringen. Tips hat ein paar Wochen nach der Eröffnung, Meinungen und Stimmen dazu eingefangen.

Noch ist bei dem einen oder anderen Unsicherheit vorhanden: Wo muss man nun abfahren? Wie komme ich am schnellsten dorthin? Bald aber schon wird die Umfahrung als selbstverständlich hingenommen werden.
Pendlerin Rebecca Weissinger nutzt sie bereits für ihren täglichen Arbeitsweg nach Gföhl und ist begeistert: „Ich erspare mir sicher fünf Minuten, weil ich auf meinen Weg in die Arbeit keine lästigen Ampeln mehr habe und sich der Arbeiterverkehr aufteilt.“
Franz Adolf, Bewohner der Zwettler Innenstadt, meint dazu: „Es ist jetzt echt angenehm in der Stadt, der Verkehrslärm ist rapide zurückgegangen.“
Die Zwettler Innenstadt-Unternehmer Tanja und Ewald Mengl äußern sich ebenso positiv: „Auch wenn wir anfangs ein wenig Bauchweh hatten, aber bis dato haben wir nicht das Gefühl, dass sich die Umfahrung negativ auf unser Geschäft auswirkt.“
Wie sieht man das bei den beiden AVIA Tankstellen in Zwettl? Dazu gibt Franz Preiß, Geschäftsführer der Franz Eigl GmbH, Auskunft: „Die Absatzmengen sind bislang so gut wie unverändert. Das ist sicherlich zurückzuführen auf unseren hohen Anteil an Stammkunden. Aber der Zeitraum von ein paar Wochen ist einfach noch zu kurz, um schon eine abschließende Aussage machen zu können. Nicht zu vergessen: Unser Tagesgeschäft ist sehr abhängig von Wetter und Faktoren wie lokale Veranstaltungen, Ferien, Schulbeginn, Feiertage und dergleichen. Was sich aber beobachten lässt: Die Verkehrssituation an der Kreuzung (Franz Eigl Straße) ist entspannter. Weiters möchte ich erwähnen, dass sich die Anbindung für unsere Tank- und Silo-Lkw“s vom und zum Tanklager in der Weitraerstraße in Richtung Krems, Linz und Vitis sowie Waidhofen/Thaya deutlich verbessert hat – und auch das entlastet wiederum „die Stadt“.
„Angenehmer Patiententransport“
Auch Manfred Ehrgott, Rot Kreuz-Bezirksgeschäftsführer ist durchaus positiv gestimmt: „Beim Personentransport vom Landesklinikum weg, müssen wir nun nicht mehr durch die Stadt, keine Ampeln mehr kreuzen und auch keine Kreisverkehre mehr nehmen - hier fällt die Querbeschleunigung weg, der Transport ist für den Patienten somit angenehmer.“ Eine Woche vor der Eröffnung wurde bereits eine großangelegte Übung des Roten Kreuz und der Feuerwehren durchgeführt.
Social Media: Geteiltes Bild
Freilich, das Bild in den Sozialen Medien ist ein wenig differenzierter als jenes bei der Eröffnung. Dieses reicht von Begeisterung und Lobeshymnen bis hin zu vernichtenden Urteilen à la „Steuergeldverschwendung“, oder „Trockenlegung der Zwettler Wirtschaftstreibenden“.
Sehr oft ist allerdings von unzureichender Beschilderung die Rede: So hört man von „zu kleinen Tafeln“, die erst kurz vor der Ausfahrt gesetzt wurden oder vom Fehlen von markanten Hinweisen (“Einfahrt Verboten-Schilder“) bei Auf- und Abfahrten. Erste Maßnahmen wurden bereits ergriffen und Zusatzschilder mit Wien/Krems/Horn aufgestellt.


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