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Race Around Ireland: Das Schrenk Sport Team ist heiß auf die 2.107 Kilometer

Katharina Vogl, 24.08.2018 19:00

VITIS/BEZIRK ZWETTL. Nur mehr wenige Stunden, dann startet das riesige Abenteuer, dem entgegenfiebert wird, mit dem sich das Schrenk Sport Team seit vielen Monaten beschäftigt und das penibel geplant wird - das Race Around Ireland. Das Kribbeln beginnt.

  1 / 3   V.l.: Norbert, Evelyne, Radfahrer Stefan, Elvira, Werner, Franz, Wolfgang und Christiane (am Dach sitzend) freuen sich auf ihr gemeinsames Erlebnis in Irland. Foto: KaVo

Dabei ist nicht das Siegerpodest das eigentliche Ziel. „Es ist die Teamleistung, die das Rennen für mich ausmacht, der gemeinsame Spirit, der da entsteht, die gegenseitige Motivation das Zusammenwachsen untereinander und das in einer Extremsituation“, fasst Ultraradfahrer Stefan Schrenk zusammen. Er ist derjenige, der ab 26. August das Race Around Ireland bestreiten wird - radelnd. Beachtliche 2.107 Kilometer und 22.000 Höhenmeter erwarten ihn auf der einen Seite, gemessen daran auf der anderen Seite aber relativ wenig Schlaf. Drei Stunden plant er ein für vier Tage. „Die ersten zwei Nächte fahre ich durch, dann gönne ich mir zwischendurch kleine Powernappings“, schmunzelt Stefan.

Nur mit einem guten Team

Ob dem Athleten nun sonnige Hochphasen oder typisch irisches windiges und regnerisches Wetter begleitet: sein siebenköpfiges Betreuerteam aus dem Bezirk Waidhofen an der Thaya sowie dem Nachbarbezirk Zwettl steht ihm Tag und Nacht zur Seite, hält Sonnencreme oder trockene Wechselkleidung bereit, motiviert einerseits den Körper mit hochkalorischen Drinks oder physiotherapeutischen Anwendungen, sowie andererseits den Geist mit viel Humor, Powersongs oder einer notwendigen Portion Schmäh.

Damit es möglichst reibungslos funktioniert, wird das Rennabenteuer bereits Monate zuvor sorgfältig im Team geplant.

Penible Vorbereitung

Im Vorfeld wird das irische Regelwerk genauestens studiert, es gilt sich möglichst zielgenau an die Gegebenheiten auf der „grünen Insel“ vorzubereiten. Eine Herausforderung werden die vielen kleinen verwinkelten Straßen sein, ebenso erwartet Stefan relativ grober Asphalt. Nicht zu vergessen Wind und Regen, „das ist für mich sicher die größte Challenge“, so Stefan. Aber auch das Team muss sich Gedanken machen, wie das nasskalte Gewand möglichst schnell wieder trocken wird.

Die Logistik - unbestritten eine weitere Herausforderung. Die Kommunikation, das Verpflegen, der Pausenablauf werden im Zuge von Trainingsfahrten zuvor geübt.

Zwei Pace Cars-Teams zu je drei Leuten werden den Rennfahrer abwechselnd im zwölf Stunden Rythmus begleiten. Wo etwas verstaut wird, wird im Vorhinein sorgfältig durchdacht, jeder Winkel des Autos gut verplant.

Vom Entertainer bis zum Navigierer

Die Aufgaben und Verantwortlichkeiten im Team werden klar verteilt.

Während der Schönbacher Werner im Team eins beispielsweise das Pace Car lenkt und gerne mal einen lockeren Schmäh auf der Zunge trägt oder Stefan witzig verkleidet am Straßenrand zu Höchstleistungen anspornt, ist seine Frau und Beifahrerin Christiana für das Navigieren zuständig. Ihre Ausbildung als Shiatsu-Praktikerin kommt Radfahrer Stefan ebenfalls zugute.

Elvira ist die Versorgerin im Team, die sich etwa um das Essen oder Wechselkleidung kümmert, als Lebensgefährtin von Stefan ist sie gleichzeitig seine engste Vertraute. „Es ist wichtig und entscheidend, dass Elvira hier voll hinter mir steht, mich unterstützt und auch pusht, das ist nicht unbedingt selbstverständlich“, zeigt sich Stefan dankbar.

Im anderen Auto sorgen sich Navigierer und Entertainer Wolfgang, Physiotherapeutin Evelyne und Techniker und Autofahrer Franz um Stefans Wohl. Letzterer übernimmt ebenso die Einschulung über alle technischen Details wie Mikrofone, Funkgeräte oder Navigations-Software. Norbert ist der Mann im „Backoffice“, er sorgt etwa für den Transport der Teams zur Rennstrecke oder organisiert Unterbringungen.

Happy-Peppi und Lagerkoller

Überhaupt könne das mehrtägige Abenteuer nur mit einem guten Team funktionieren, „umso besser sich die Leute untereinander kennen, umso besser funktioniert das Ganze“, ist der Athlet überzeugt. Schließlich verbringe man viel Zeit auf engstem Raum. Untereinander die Stimmung zu halten, und Lagerkoller zu vermeiden, zählt wahrscheinlich zu einer der größten Herausforderungen.

„Es gibt so viele Facetten, die man hier durchlebt, absolute Hochphasen, wo alle happy und motiviert sind, und irgendwann kommt die Müdigkeit, wo der Körper schmerzt, wo alles anstrengend wird. Dann ist das Team wichtig, um Zuspruch zu bekommen, die große Aufgabe ist es, die Happy-Phasen lange zu halten und die Tief-Phasen schnell zu übertauchen“, weiß Stefan.

Er nahm bereits 2014 und 2016 am Race Around Austria teil, bestritt den Glocknerman sowie etliche weitere Radmarathons. Er weiß seiner Erfahrung zufolge, dass sich viel im Kopf abspielt. „Natürlich ist Scheitern möglich, aber über das denke ich nicht nach.“ Und Angst sei überhaupt ein schlechter Mitfahrer.

2107 Kilometer in vier Tagen

Das Ziel ist es, die Strecke in vier Tagen zu absolvieren, also unter 100 Stunden zu fahren, die fünfte Nacht möchte sich der Athlet sparen. „Damit legen wir die Latte sehr hoch, aber die Strecke ist heuer etwas kürzer, es kann machbar sein, aber wir müssen von Beginn an flott sein“, grinst der 38-Jährige, der vor allem das Bergfahren liebt, gemäß dem Motto: „Stimmt die Steigung, steigt die Stimmung!“

Angesichts dieser Tatsache ist es verwunderlich, dass er noch vor etlichen Jahren nicht einmal für den Passivsport zu begeistern war. Erst seine Lebensgefährtin Elvira überzeugte ihn, sich ein Rennrad zuzulegen. Aus den gelegentlichen Ausfahrten entwickelte sich eine regelrechte Leidenschaft. Heute hat er nicht nur mehr Kondition, sondern auch 25 Kilo weniger an Körpergewicht im Gepäck.

Gemeinsam mitfiebern

Am 26. August 2018 geht es los, vier Tage vorher machten sich die Acht sowie ein zweiköpfiges Filmteam auf in Richtung Irland. Über Facebook (Schrenk Sport Team) kann man gemeinsam mit ihnen mitfiebern, auch ein Blick hinter die Kulissen wird geboten. Toi Toi toi!

Über das Schrenk Sport Team

Das Schrenk Sport Team ist eine lose Interessensgemeinschaft die sich in der Freizeit dem Sport widmet. Mehr dazu auf der Homepage: www.schrenksportteam.at


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