Baugründe von drei bis 115 Euro
Bezirk Zwettl. Die Schere zwischen ohnehin teuren Regionen in und rund um die Ballungszentren und den günstigen ländlichen Gebieten wird in Österreich immer größer. Im Bezirk Zwettl sind einige der niedrigsten Grundstückspreise zu verzeichnen.

Drei bis 115 Euro zahlt man im Bezirk pro Quadratmeter Grund, je nach Gegend. Der günstigste Boden in ganz Niederösterreich ist in Groß Gerungs zu haben, für nur drei Euro pro Quadratmeter. „Ja das stimmt, das sind reelle Preise“, bestätigt Vizebürgermeister Karl Eichinger (VP). Der 1000 Quadratmeter große Baugrund befindet sich übrigens am Kreuzberg in Groß Gerungs. „Wir haben die Grundstückspreise nochmals gesenkt, dafür wird bei den Aufschließungskosten keine Wohnbauförderung gewährt, erläutert Eichinger. Ausschlaggebend für die Senkung war die Immobilienertragssteuer, insgesamt müssen so Gemeinde und Bauherr weniger Steuern bezahlen. „Freie Baugründe in der Gemeinde sind gefragt – der Verkauf geht gut“, merkt Eichinger an, derzeit arbeite man gerade an der Erschließung von weiteren Bauparzellen. Nicht viel teurer ist der Boden in den Gemeinden Göpfritz an der Wild und Pölla mit acht sowie neun Euro pro Quadratmeter. Auch in der Marktgemeinde Waldhausen bestätigt Bürgermeister Christian Seper (VP) den Grundstückspreis von acht Euro seitens der Gemeinde. Teuerster BodenDas exklusivste Pflaster des Waldviertels beim Grunderwerb ist das Zentrum der Stadt Krems mit bis zu 400 Euro pro Quadratmeter. Im Bezirk am tiefsten in die Tasche greifen, müssen die Häuslbauer erwartungsgemäß in Zwettl, hier reicht die Bandbreite von 30 bis 115 Euro. „In Siedlungslage beispielsweise rund um die Südhangstraße und Sonnleitensiedlung in Zwettl werden die 115 Euro verlangt, in Ruthmanns zahlt man um die 50 Euro aufwärts, je weiter man in ländliche Gebiete rauskommt, desto günstiger werden die Gründe“, so Stadtamtsdirektor Hermann Neumeister.Waldviertel als attrakitver Wohn- und LebensmittelpunktDie Initiative „Wohnen im Waldviertel“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Waldviertel als attraktiven Wohn- und Lebensmittelpunkt zu präsentieren. „Eine unserer Hauptaufgaben sehen wir darin, die vorhandenen Klischees ein wenig aufzubrechen, denn oft wird das Waldviertel als mystisch, kalt, rau und menschenleer dargestellt. Dabei ist diese Region schon längst nicht mehr so hinterwäldlerisch, wie manche vielleicht noch vermuten“, betont Ansprechpartner Ewald Brunmüller. Der viel zitierten Abwanderung stimmt er nur bedingt zu: „Mittlerweile ziehen mehr Leute von Wien ins Waldviertel, als umgekehrt, das belegen aktuelle Zahlen.“ Problematisch sei vor allem die geringe Geburtenrate sowie die Überalterung der Gesellschaft, ergänzt Brunmüller.Zur Lesbarkeit Die hier genannten Zahlen gehen aus Preisangaben von Gemeinden und Maklern, echten Kaufpreisdaten aus den Grundbüchern sowie statistischen Berechnungen der Technischen Universität Wien hervor. Veröffentlicht wurden sie im Wirtschaftsmagazin „Gewinn“. Die Preise gelten für ein- und zweifamilienhaustaugliche Baugrundstücke, nicht jedoch für Grünland, Büro- und Gewerbegrundstücke. Auch An- und Aufschließungskosten sind nicht enthalten.


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