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BEZIRK ZWETTL. „Der Arbeitsmarkt im Bezirk Zwettl hat sich 2016 besser entwickelt als ursprünglich gedacht“, so die erste Bilanz von Zwettls AMS-Leiter Kurt Steinbauer. Eine vergleichsweise belebte Konjunktur stützte die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften und sorgte für eine gute Auftrags- und Beschäftigungslage. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Vergleich zum Jahr 2015 um 4,4% gesunken. Gewinner am Arbeitsmarkt waren 2016 vor allem junge Menschen im Alter bis 25. Zu den Verlierern gehörten Personen ohne Ausbildung und / oder mit gesundheitlichen Einschränkungen.
 

Stabile Beschäftigungsentwicklung, Arbeitslosigkeit erstmals seit 2012 gesunken! Symbolfoto: Vowe

Die Steuerreform war ein wesentlicher Faktor, um den privaten Konsum und damit die Konjunktur in Österreich etwas anzukurbeln. „Das Jahr 2016 wird mit einem voraussichtlichen Plus von 1,6 bis 1,7% ein vergleichsweise dynamisches Wirtschaftswachstum vorweisen können“, so Steinbauer. Die Jahre davor sowie der Blick in Richtung 2020 waren bzw. werden mit einem realen BIP-Zuwachs von nicht mehr als 1% geprägt sein.

Die etwas belebtere Entwicklung in diesem Jahr sorgte in Niederösterreich für eine anhaltende Nachfrage nach Fachkräften. Bis Jahresende haben die Unternehmen im Bezirk Zwettl 1.435 Vakanzen (Stellen und Lehrstellen) beim AMS Zwettl gemeldet. Gleichzeitig wurden 1.242 freie Stellen und Lehrstellen mit einer passenden Arbeitskraft besetzt. Die durchschnittliche Arbeitslosigkeit im Bezirk ist erstmals seit dem Jahr 2012 wieder gesunken.

Die wichtigsten Eckpunkte im Bezirk Zwettl:

+0,2% mehr Beschäftigung: 16.789 Personen waren im Jahresdurchschnitt 2016 beschäftigt (exklusive Präsenzdiener und KindergeldbezieherInnen). Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein leichter Zuwachs von 29 Beschäftigten (+0,2%). -4,4% weniger Arbeitslose: Während im Jahr 2015 die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt noch um 7,9% gestiegen ist, ist die Anzahl der arbeitslosen Personen im Jahr 2016 um 4,4% von 1.205 auf 1.151 gesunken. Vom Rückgang profitieren Frauen und Männer gleichermaßen. Rechnet man die TeilnehmerInnen an AMS-geförderten Schulungen hinzu, sind insgesamt durchschnittlich 1.326 Personen (Vorjahr 1.387) aus dem Bezirk Zwettl auf Jobsuche gewesen. Über 2.800 Jobsuchende wieder im Berufsleben, über 1.200 Stellen bzw. Lehrstellen besetzt Die AMS-MitarbeiterInnen haben für Jobsuchende und Unternehmen in diesem Jahr viel erreicht. „Im Jahr 2016 konnten 2.813 Jobsuchende wieder eine Beschäftigung aufnehmen, um 9 oder plus 0,3% mehr als im Jahr davor. Außerdem wurden 1.242 freie Stellen und Lehrstellen mit passenden Arbeits- bzw. Lehrstellensuchenden besetzt - das sind um 95 Besetzungen mehr als im Jahr davor“, freut sich der Zwettler AMS-Chef.

Gewinner am Arbeitsmarkt: Jugendliche

Die erfreuliche Entwicklung am regionalen Arbeitsmarkt für jobsuchende Jugendliche setzte sich auch im abgelaufenen Jahr fort. Beim AMS Zwettl ist im Jahresdurchschnitt 2016 die Zahl der Vorgemerkten in der Altersgruppe bis 25 von 182 auf 163 gesunken. Damit verzeichnet man bei der Jugendarbeitslosigkeit einen Rückgang von 10,3%. Auch die Anzahl der Lehrstellensuchenden war letztes Jahr leicht rückläufig. „Diese Entwicklung hat zum einen demographische Ursachen und ist zum anderen auch auf unsere konsequente Arbeitsmarktpolitik zurückzuführen“, ist Steinbauer überzeugt.

Golden Ager: mehr Beschäftigte, aber Arbeitslosigkeit steigt weiter

Besonderes Augenmerk haben die AMS-Geschäftsstellen in NÖ wieder Jobsuchenden im Alter ab 50 Jahren gewidmet. Fast jede/r dritte arbeitslose/r Kunde/Kundin des AMS gehörte der Generation 50+ an: jahresdurchschnittlich 374 Personen (plus 4,9% gegenüber 2015). 565 ehemals arbeitslose Golden Ager aus dem Bezirk Zwettl haben im letzten Jahr den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben geschafft, das sind um 2,4% mehr als im Jahr 2015. Im Bundesland Niederösterreich verzeichnete diese Altersgruppe im Vorjahr auch bei den Beschäftigten einen kräftigen Anstieg von jahresdurchschnittlich 6,1% auf rund 159.700 unselbständig Beschäftigte.

Verlierer am Arbeitsmarkt: Personen ohne Ausbildung und / oder gesundheitlichen Problemen

Bei steigender Konkurrenz am Arbeitsmarkt haben es vor allem jene schwer, die nicht oder schlecht ausgebildet sind bzw. wegen gesundheitlicher Probleme schwer vermittelt werden können. Rund 370 beim AMS Zwettl vorgemerkte Kundinnen und Kunden können nicht mehr als einen Pflichtschulabschluss vorweisen und über 300 haben gesundheitliche Einschränkungen. Daraus resultiert auch die weiter stark steigende Langzeitarbeitslosigkeit. Mit Lohnkostenförderungen versucht das AMS Beschäftigungsanreize für Menschen mit Vermittlungshürden zu schaffen. „Im Vorjahr ist 79 Personen, die länger als ein Jahr arbeitslos waren, mit Unterstützung des AMS die Rückkehr in den Job gelungen, während dies im Jahr 2015 nur 27 Betroffene schafften. Die Arbeitsaufnahmen von Langzeitarbeitslosen haben sich somit fast verdreifacht“, bilanziert Steinbauer.


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