Montag 22. Juli 2024
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"Dracula" einmal anders beim Theatersommer Haag

STADT HAAG. Eine völlig neue und einzigartige Inszenierung des Bram Stoker-Klassikers "Dracula" erwartete das Premierenpublikum des Theatersommers Haag.

Lustig, gruselig, klischeeverliebt - so lässt sich die Haager "Dracula"-Bearbeitung von Alexander Pschill und Kaja Dymnicki zusammenfassen.

Dracula als schrulliger alter Klischeevampir (dargestellt von Raphaela Möst, Lupo Grujcic und Boris Popovic) trifft auf den steifen Briten und Immobilienmakler Harker (Stefan Lasko). Die Kulturunterschiede sind gravierend. Harker versteht die Welt nicht mehr, als sich Dracula als Gastgeber selber zu übertreffen versucht.

Der Alte hat eine Abneigung gegen Spiegel und ist am Tag nicht auffindbar. Er erscheint in den allerunerwartetsten Momenten und ist offensichtlich in das Portrait von Mina verliebt – Harkers Verlobter (Raphaela Möst).

Noch haarsträubender wird es, als der mehrere Hundert Jahre alte Graf in London auf die feine Gesellschaft trifft. Tee trinkt er leider keinen. Und Lucy (Elena Hückel) gefällt ihm mehr als Mina … Niemand ist mehr vor dem Vampir sicher!

Nur noch einer kann hier helfen: der Vampirologe Professor Van Helsing (Christian Dolezal).

Dracula mal drei

Absolut gelungen ist die Darstellung des Dracula in unterschiedlicher Besetzung - erst als vollends gestärkter Fürst der Finsternis wird er von Boris Popovic verkörpert, zuvor von Lupo Grujcic und - besonders witzig: von Raphaela Möst als geschwächter Vampir in Transilvanien.

Top auch das Bühnenbild, das den Culture-Clash zwischen London und Transilvanien auf den Punkt bringt. Für die perfekte musikalische Untermalung direkt auf der Bühne sorgt Stefan Galler.

Fazit: ein gruseliger Abend zum Schmunzeln mit Top-Darstellern


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