Aus dem Munde einer Mutter von zwei Kindern: „Der Fasching, der mich überraschte“

Otto Normal, Leserartikel, 26.02.2017 08:27 Uhr

Eine nette Geschichte von Alva Sokopp..

Bei drei kleinen Mädchen ist der Fasching die wiederkehrende Zeit der Prinzessinnen, Feen, Elfen oder neuerdings Eisköniginnen. Da wird in der Verkleidungskiste gewühlt, Kronen anprobiert, Flügel ausgewählt, Schuhe dazu gesucht und stundelang in den Kostümen getanzt, um sie auf „Bewegungstauglichkeit“ zu testen, damit man bei den Faschingsspielen nicht darüber stolpert. In den letzten acht Jahren hat sich einiges an Verkleidungen angesammelt. Dem jüngsten Mädchen, der kleinen Erdbeere, ist es noch völlig egal, was ich ihr anziehe. Dass sich das schnell ändern kann, weiß ich aus Erfahrung. Doch noch kann ich es für sie entscheiden. Dachte ich mir. Aber als ich sie unlängst in ein Marienkäferoutfit steckte, verzogen die Größeren das Gesicht und kaum hatte ich den Raum verlassen, wurde die Kleine umgezogen. Ein Rosa Tutu, ein paar lila Flügel und ein großes Glitzerding auf den Kopf und sie war fertig. „Jetzt bist du hübsch“, kommentierte Rübe. 

Himmel hilf! Da ist man sich sicher man kennt die Vorlieben und Wünsche der eigenen Kinder und dann tuckert man irritiert mit einem alten Schmetterling und einer schwangeren Bäuerin zum Faschingsfest.

Bei Rübe selbst, da war ich mir hundert Prozent sicher, gewann das Eisköniginkostüm, das das Christkind in weiser Voraussicht gebracht hatte. Ich fragte also am Vortag des jährlich wiederkommenden Faschingsfests, welche Kleidung ich für sie herrichten sollte. Sie schaute mich lange nachdenklich an und sagte dann: „Ich will heuer als alter Schmetterling gehen.“ Als was??? Was sollte ein alter Schmetterling sein? Ich schaute sie verwirrt an. „Ich will nicht so “tussi tussi' sein„, fügte sie noch an. Aha, da hatte also jemand die Sprache der Achtjährigen übernommen, ohne zu wissen, was es bedeutet.

Mir soll es recht sein. Wir suchten Flügel, ein Kleidchen und ich musste ihr versprechen ein paar Falten ins Gesicht zu malen, damit man erkannte, dass sie ein “alter„ Schmetterling ist. Nun kam Überraschung Nummer zwei. Als ich Zwetschke fragte, welches Kostüm sie denn heuer bevorzugt, kam es wie aus der Pistole geschossen: “Ich gehe heuer als schwangere Bäuerin.„ Häää?? Als sie meinen völlig ungläubigen Gesichtsausdruck sah, fügte sie erklärend hinzu: “Ich liebe das neue Dirndl von der Omi und weiß eh nie so genau, wann ich es tragen soll.„ Darum das Kleid. Okay, das war noch nachvollziehbar.

“Und warum schwanger?„, fragte ich nach. “Na weil ich doch so gerne noch eine Schwester hätte, und ich weiß, du möchtest kein Baby mehr!„

Himmel hilf! Da ist man sich sicher man kennt die Vorlieben und Wünsche der eigenen Kinder und dann tuckert man irritiert mit einem alten Schmetterling und einer schwangeren Bäuerin zum Faschingsfest.

 Danke liebe Alva, vom mama-papa-blog.com

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