Fattoria La Vialla: Die „echte“ Toskana schmecken und erleben

Motor | fahrfreude.cc Motor | fahrfreude.cc, Tips Redaktion, 30.05.2016 16:43 Uhr

Olivenöl, Chianti, Vin Santo, Cantucci, Sugo und Pasta: Die Fattoria La Vialla produziert alles biodynamisch – und das seit 1978.

Der Zufall hat uns glücklicherweise dieses schöne Fleckchen in der Toskana kennen lernen lassen. Aus Beilagen in Zeitungen sind wir schon vor Jahren auf La Vialla aufmerksam geworden. Da wir aber die Broschüren als beinahe zu perfekt für einen Bio-Bauernhof empfunden haben, haben wir damals entschieden, nicht zu bestellen. Ein Fehler, den wir erst viel später korrigieren konnten.

Vor einigen Monaten erzählten uns Freunde begeistert von ihrem Urlaub in der Toskana und schenkten uns als kleine Kostprobe Produkte von der Fattoria La Vialla, die sie besucht hatten. Den Namen kannten wir bereits, aber die Bio-Produkte haben uns beim Verkosten schließlich so überzeugt, dass wir gleich online eine große Bestellung aufgegeben haben und noch im Winter beschlossen haben: Da müssen wir auch hin und das „Bilderbuch-Image“ dieses familiengeführten Feinkostunternehmens in echt kennenlernen! Seit sich die Lebensmittelindustrie mit Namen wie „Landliebe“ und mit glücklichen „Ja natürlich-Schweinen“ samt dazu passendem Bauer zeigen, kann man beim Durchblättern der La Vialla-Kataloge schon mal skeptisch werden. Der in Handschrift gestaltete La Vialla-Katalog zeigt lachende Menschen rund um Steinhäuser, Sugo-Gläser und Käselaibe auf alten Holztischen mit rot-weiß karierten Tischdecken und das alles eingebettet in wunderschöne toskanische Landschaft. Aber wir können bestätigen, dass im Falle von La Vialla diese Skepsis unberechtigt ist. Ja, die Fattoria ist wirklich ein sehr schönes Unternehmen und ein klares und lebendiges Beispiel für eine andere Art der Herstellung von Lebensmitteln. Mehr als 140 Mitarbeiter kümmern sich hier um die Weinberge, Olivenhaine, Felder, Früchte, Soßen, Pastasorten, Bäckerei, Käserei und den Agriturismo.

Produktion auf La Vialla. An einem normalen Arbeitstag sind Dimitri und Francesco meist die Ersten auf der Fattoria. Francesco beginnt damit, das typische toskanische Brot aus Sauerteig „Pane toscano“ vorzubereiten. Ganz nach dem Motto von La Vialla wird das dafür benötigte Halb-Vollkornmehl natürlich nicht zugekauft, sondern in der eigenen 400 Jahre alten Steinmühle selbst gemahlen. Dimitri befeuert zeitgleich den alten Holzofen. Eineinhalb Stunden später kommen Brot, dann Kuchen sowie diverse Crostata in den Holzofen. Diese Backwaren werden täglich frisch für die Besucher von La Vialla hergestellt. Francesco arbeitet in der Zwischenzeit schon mit seinem Team an den Keksspezialitäten, an diesem Tag stehen die berühmten Cantucci auf dem Plan. Alles wird in Handarbeit geformt, geschnitten und am Ende entzückend verpackt. Der süße Mandelduft ist in der gesamten Fattoria zu riechen. Einen Raum weiter wird an diesem Tag Sugo „Rosalina“ hergestellt, eine milde, aber würzige Soße aus frischem Ricotta und den hier typischen Bombolini-Tomaten. Durch eine Glaswand kann man als Besucher auf der Fattoria zusehen, wie täglich ungefähr 16.000 Bio-Sugogläser hergestellt und abgefüllt werden. Der Ricotta wird frisch in der angrenzenden Käserei gemeinsam mit dem Pecorino hergestellt. Die Milch für die Käseproduktion kommt von den drei Schafherden, die aus ca. 1.000 sardischen und französischen Schafen bestehen. Warum die Milch so besonders aromatisch duftet und der Pecorino so viel Geschmack hat, merkt man bei einem kleinem Spaziergang durch die Wiesen, auf der die Schafe weiden. Es liegt jeden Meter ein andere Duft nach Kräutern in der Nase, einmal Basilikum, dann Minze gefolgt von Thymian.

Jedes Jahr werden neue Produkte ins Sortiment aufgenommen. Da viele deutsche Gäste mit Kindern anreisen, hat sich La Vialla speziell für den Nachwuchs etwas Besonderes einfallen lassen: Viallella und Viallella fondente, hergestellt aus Haselnüssen, Kakao, Olivenöl (statt Palmöl) und Biohonig (statt Zucker) sind die etwas „gesünderen“ Alternativen zum klassischen Schokoladenbrotaufstrich aus dem Supermarkt und schmecken obendrein fantastisch.

Natürlich auch Chianti. Ein gutes italienisches Essen braucht eine perfekte Weinbegleitung. Danach muss man bei La Vialla nicht lange suchen, und natürlich werden auch alle Weine biodynamisch hergestellt. Die Weine sind bereits mehrfach mit Goldmedaillen ausgezeichnet, 2015 erfolgte die Prämierung als „bester biologischer Produzent“ bei der Berliner Wein Trophy. Es müssen auch nicht immer die im Holzfass gereiften Chianti Riserva sein (Sangiovese, Cabernet Sauvignon, Canaiola), die Einstiegsweine von La Vialla, wie der Casa Conforto, sind tolle und sauber gemachte Bio-Weine für gemütliche Stunden mit Freunden.Den typischen toskanischen Wein „Vin Santo“ stellt die Fattoria natürlich auch her. In Eichenfässern reift über mehrere Jahre dieser süße Dessertwein mit sehr komplexem Geschmack, der in der Toskana gerne mit Cantucci zum Eintunken gereicht wird. Weinliebhaber, die auf der Suche nach etwas Außergewöhnlichem sind, ist der „Barriccato Bianco Non Filtrato Toscana IGT 2011“ ans Herz zu legen. Dieser Wein, bei dem vor der Flaschenabfüllung keine Filtration erfolgt (und so die Hefen mit in die Flasche kommen), hat neben seiner besonderen Optik einen tollen Orange-Wein-Ton. Ab 2017 wird es einen neuen Wein geben, den man mit „Amarone-Styled“ beschreiben könnte. Wir durften den Wein schon verkosten und - soviel sei verraten - waren begeistert. Alternativ gibt es auch sehr leckere alkoholfreie Traubensäfte.

Olivenöl ist kein Fett. Unter diesem Motto wird hier in der Toskana gekocht und gegessen. Angesichts der aktuellen Testergebnisse der Olivenöle im Handel sind die Öle von La Vialla eine echte Empfehlung. Man kann auf der Fattoria den Herstellungsprozess mitverfolgen, von der Ölmühle bis zur Abfüllung des flüssigen grünen Goldes, das aus den Lager-Stahltanks immer frisch in die Flaschen gefüllt wird. Gespresst wird innerhalb von 24 Stunden nach der Ernte. Ein besonderes Highlight sind die aromatisierten Öle: Basilikum, Rosmarin oder Chilischoten werden bei der Herstellung dieser Spezialitäten schon in der Ölmühle zu den Oliven gegeben, wodurch ein einzigartig intensiver Geschmack erzielt wird.

Kostenloses Laden für Elektroautos. Ein passendes Services für einen biodynamischen Betrieb gibt es seit dem Frühjahr 2015: Besucher auf der Fattoria La Vialla können kostenlos an einer Ladestation (Typ 2 Stecker / 32 Ampere) ihr Elektroauto oder ihren Plug-in-Hybrid auffüllen. Für Tesla-Fahrer somit ein toller Wegpunkt inmitten des Chianti-Gebietes. In unserem Fall war es ein brandneuer Volvo XC90 Plug-In-Hybrid, mit dem wir täglich frisch aufgeladen die Reiseziele Arezzo, Cortona, Siena und San Gimignano rein elektrisch erreichten.

Auf über 1.300 Hektar erstreckt sich der Besitz der drei Eigentümerfamilinen Lo Franco (Gianni, Antonio, Bandino). Das meiste davon ist Wald, alles andere teilen sich Weinberge, Olivenhaine, Wiesen und Felder. Auf dem ganzen Gebiet zwischen Florenz und Arezzo gelegen, verteilen sich alte steinerne toskanischen Bauernhäuser, die erworben und nacheinander revitalisiert wurden. Diese werden auch an Gäste vermietet. Gäste die nicht mit einem SUV oder Geländewagen kommen, stellt La Vialla einen Fiat Panda zur Verfügung. Die Straßen und Wege vom Stammhaus der Fattoria zu den Landhäusern (die meisten durch einen Wald zu erreichen) sind defintiv für den „Offroad-Modus“ beschaffen. Wer gerne im Gelände unterwegs ist, dem ist Spaß garantiert. Für uns war es eine tolle Teststrecke um den neuen Volvo XC90 im Geländebetrieb auszureizen.

 

Mehr Informationen und Bestellmöglichkeit der Bio-Produkte: http://www.lavialla.it

 

Fattoria La Vialla

di Gianni Antonio e Bandino Lo Franco

Via di Meliciano 26

52029 Castiglion Fibocchi

Toskana, Italien

http://www.lavialla.it

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