Zur geplanten Agri-PV-Anlage
ROHRBACH-BERG. Anwohnerin Doris Wiesinger schreibt zum geplanten Sonnenfeld in Scheiblberg:

Bis vor kurzem konnte ich die Frage, wo ich meinen Lebensmittelpunkt zukünftig sehe, ohne zu überlegen mit „definitiv in Rohrbach-Berg“ beantworten. Die aktuellen Bestrebungen meine unmittelbare Umgebung mittels einer großflächigen PV-Anlage und einer 110 kV-Leitung zu verunstalten, lassen mich aber stark zweifeln. Aber was für mich viel schwerer wiegt, ist die Tatsache, dass es anscheinend nicht notwendig ist uns, die Hauptbetroffenen, vor Verabschiedung des Beschlusses im Gemeinderat, in irgendeiner Weise zu informieren. Dies entspricht nicht meiner Auffassung von „transparenter Politik“, welche ich mir zumindest auf Gemeindeebene erhofft hätte. Des Weiteren erscheint mir die Nutzung von mehr als 5 ha Grund angesichts der andauernden Diskussionen über den raschen Flächenschwund als wenig vorausschauend, da einfach nicht davon ausgegangen werden sollte, dass der Grund unter den Paneelen im selben Maß bewirtschaftet werden kann. Sollte man nicht vor dem Hintergrund der rasanten Teuerung von Grundnahrungsmittel vermehrt auf die eigene Landwirtschaft setzten, unabhängig von globalen Märkten werden und nicht gezielt landwirtschaftliche Flächen für eine Technologie aus dem letzten Jahrzehnt aufs Spiel setzen? Viel fortschrittlicher wäre es hingegen neben den Dachflächen von Neubauten beispielsweise Flächen, wie Lärmschutzwände oder Straßenböschungen für die Energiegewinnung zu nutzen. Mit etwas Kreativität fänden sich sicher unzählige innovative und nachhaltigere Lösungen.
Auffällig ist auch, dass nur die „Vorzüge“ dieser Technologie propagiert werden, es scheint sich jedoch niemand „offen“ mit den unmittelbaren Auswirkungen auf die Anwohner auseinandergesetzt zu haben. Leider zeigte sich bereits bei den Diskussionen um die Errichtung der 110kV, dass wir Scheiblberger nicht auf die Unterstützung „unserer“ Gemeinde zählen können und das Wohl der Anwohner scheinbar an letzter Stelle steht. Ich hatte immer den Eindruck, dass die Stadtgemeinde Rohrbach-Berg stolz ist Vorzüge einer städtischen Infrastruktur im Herzen von einer grünen Erholungszone bieten zu können. Aber genau das scheint man freiwillig auf Spiel zu setzen!
von Doris WiesingerAnwohnerin in Rohrbach-Berg


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22.10.2022 16:43
De facto Enteignung für Anrainer
Liebe Doris, als Anrainer sind wir nur wenige Wählerstimmen. Da es ja nur eine de facto Enteignung ist, kostet es der Gemeinde auch nichts. Die Bevölkerung gewinnt man für das Projekt mit dem Versprechen von billigem Strom. Das für uns ein Stück Heimat unwiderruflich verloren geht und unser Eigentum de facto seinen Wert verliert, spielt da keine Rolle. Traurig, aber wahr. Liebe Grüße Christian