Rieder Grenadiere übten zwei Wochen lang im Kraftwerk Riedersbach
ST. PANTALEON. Mit knapp 140 Soldaten der 2. Panzergrenadierkompanie (KPE - Kaderpräsenzeinheit) aus Ried probte das Bundesheer zwei Wochen lang im aufgelassenen Kohlekraftwerk Riedersbach Angriff und Verteidigung in einer Industrieanlage. Bei der Übung kamen unter anderem auch vier Schützenpanzer Ulan, ein Schwerer Granatwerferzug und Scharfschützen zum Einsatz.

Auftrag der Grenadiere war es, das Kraftwerk, ein sechs Hektar großes Areal mit mehreren Bauwerken, zu nehmen und zu verteidigen – sowohl für Verteidiger als auch Angreifer ein schwieriges Unterfangen. Zum Einen wegen des unübersichtlichen Einsatzortes mit Kellern, Schornsteinen, großen Hallen und engen Stiegenhäusern, aber auch wegen des Kontrasts von Licht und Schatten und nicht zuletzt wegen der hochsommerlichen Hitze, welche die gut 40 Kilo schwere Kampfausrüstung nicht leichter machte.
Dabei näherten sich die Grenadiere mit Ulan-Schützenpanzern dem Gebäudekomplex auf dem freien Gelände an. Nach dem Absitzen gingen sie in die infanteristische Gefechtstechnik im urbanen Umfeld über und kämpften sich gegen den Widerstand der Verteidiger durch das Kraftwerk.
Zum Abschluss der Übung stand eine beeindruckende Vorführung für eingeladene Medien auf dem Programm.
Glücksfall für das Heer
Dass die Übung im aufgelassenen Kohlekraftwerk der Energie AG stattfinden konnte, bezeichnet Oberst Alfred Steingreß, der Bataillonskommandant der Rieder Panzergrenadiere, als Glücksfall. „Die Übung gehört zum ‚Aufbauplan 2032+‘ und ist Teil einer Serie, die 2020 begonnen hat. Das Bundesheer hat die Möglichkeit, in Orten, Häusern und auch Kellern zu trainieren, aber nicht in Industrieanlagen. Wir sind froh, dass die Energie AG auf unsere Anfrage, in dem Kraftwerk trainieren zu dürfen, so positiv reagiert hat.“
Verantwortung für die Versorgungssicherheit
Der CEO der Energie AG Leonhard Schitter begründet die Kooperationsbereitschaft: „Kritische Infrastruktur ist längst Teil sicherheitspolitischer Auseinandersetzungen. Die Stromversorgung ist Grundlage für Krankenhäuser, Kommunikation, Kraftwerke, Wasserversorgung. Die Energie AG trägt Verantwortung für die Versorgungssicherheit und auch dafür, dass kritische Infrastruktur auch unter schwierigen Bedingungen stets Funktionsfähigkeit beweist und funktionsfähig bleibt. Dafür müssen wir ständig Abläufe erproben – und zwar vor und nicht während einer Krise. In dem aufgelassenen Kraftwerk kann das Bundesheer unter realitätsnahen Bedingungen üben.“
„Hochmotivierte Soldaten“
Die Übung diente vor allem dem Erlernen verschiedener Einsatzszenarien, vom Kampf im bebauten Gelände über die Sanitätsversorgung bis zum Scharfschützeneinsatz, nicht zuletzt aber auch der Erprobung des neuen Geräts, das die Rieder Garnison durch die Budgeterhöhung bekommen hat – darunter neue Sturmgewehre und Nachtsichtgeräte. „Dadurch ist die Ausrüstung auf einem sehr hohen Standard, aber wir müssen damit auch trainieren“, meint Steingreß, und lobt seine Grenadiere: „Ich habe hier hochmotivierte Soldaten.“








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