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Im Oberen Mühlviertel gab es in vielen Ortschaften Hauswassermangel. Dieser Notstand offenbarte sich nach der zehnjährigen Sowjetbesatzungszeit.

Im Böhmerwald steht das Wasserwerk für die Fernwasserleitung Mühlviertel.
Im Böhmerwald steht das Wasserwerk für die Fernwasserleitung Mühlviertel.

Die Bewohner litten lang unter der Angst, es könnte sie das gleiche Los treffen wie die Sudetendeutschen in Tschechien. Diese Angst verlor sich mit dem Abzug der Sowjettruppen. Nun ging es um die Neuanschaffung von „wasserverschlingenden“ Einrichtungen, wie Waschmaschinen und Wassertoilettanlagen in den Familien.

Wassernotstand im Hauptort

Der daraus resultierende enorme Wasserbedarf versetzte das Mühlviertel innerhalb kürzester Zeit in ein Wassernotstandsgebiet. Die Notrufe kamen vor allem aus dem Hauptort Rohrbach, der durch den großen Zuzug von Bewohnern und der schwachen Versorgungseinrichtungen am meisten zu leiden hatte. Als die Wassernot aufs höchste anstieg, musste gar die Landesbaudrektion zu Hilfe gerufen werden. Das geschah durch den Rohrbacher Bürgermeister Oberaigner, der bereits auf dem Sulzberg im Böhmerwald sehr ergiebige Wasserquellen ausfindig gemachte hatte.

Verband entstand

Ein „Fernwasserverband Mühlviertel“ wurde im Jahr 1956 gegründet. Das Quellwasser musste zwar bis zum Sammelschacht dreißig Meter empor gepumpt werden, aber die konstant hohe Quellschüttung hatte dies belohnt. Seit den Siebzigerjahren versorgt der Böhmerwald den Großraum Rohrbach mit Wasser, das aus „seinem Herz“ quillt. So konnte der Wassernotstand durch die großartige Versorgungsleitung bis in das Untere Mühlviertel behoben werden. Weil aber das Böhmerwaldwasser sehr „aggressiv“ ist, wird es vor der Verteilung mit Donauwasser, das kalkhaltig ist, vermischt. Somit verliert es den Nachteil der hohen Säure als Waldwasser und wird hoch geschätzt.

Verfasser: Fritz Winkler


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