AIGEN-SCHLÄGL/ROHRBACH-BERG. Jetzt wird es ernst: Mit 1. Mai sind die Gemeinden Aigen und Schlägl sowie Rohrbach und Berg Geschichte – dafür entstehen zwei neue, fusionierte Gemeinden. Bis zu den Wahlen im Herbst werden diese von einem Regierungskommissär geleitet.
Am 1. Mai werden die beiden Bürgermeister Elisabeth Höfler (Schlägl) und Herbert Kern (Aigen) den Schlüssel für die Gemeindestube an Kommissär Gerhard Engleder übergeben. Damit legen sie auch ihre Ämter zurück. „Ein bisserl Wehmut ist schon dabei“, gestehen sie, aber die Zusammenlegung war einfach der richtige Schritt. Das unterstreicht auch die positive Stimmung, die in den derzeit noch zwei Gemeinden herrscht. In Rohrbach und Berg schaut das Bild ähnlich aus: Die negativen Stimmen, die noch vor der Volksbefragung zu hören waren, sind fast vollständig verschwunden. Rohrbachs Bürgermeister Andreas Lindorfer und sein Kollege aus Berg, Josef Pernsteiner, sind überzeugt, dass sich gemeinsam eine starke Gemeinde im Herzen des Bezirkes entwickeln kann. Regierungskommissär Peter Pramberger wird mit 1. Mai die Leitung der neuen Stadtgemeinde Rohrbach-Berg übernehmen. Die Tätigkeiten der Kommissäre ist allerdings auf die laufenden und unaufschiebbaren Angelegenheiten beschränkt. Unterstützt werden die beiden von einem ehrenamtlichen Beirat, der aus den Gemeindevorstandsmitgliedern der ehemaligen Gemeinden besteht. Gewaltige Herausforderung Eine herausfordernde, verantwortungsvolle Aufgabe ist die Zusammenlegung vor allem für die beiden Amtsleiter Norbert Etzelsdorfer (Aigen-Schlägl) und Johann Ranninger (Rohrbach-Berg). Alle Mitarbeiter werden im gemeinsamen Verwaltungsbetrieb neu organisiert und müssen teilweise übersiedeln, die EDV wird zusammengelegt, ebenso die Bauhöfe, und die Verwaltung wird “fit gemacht, damit das Rad wieder zu laufen beginnt“, wie Ranninger sagt. Etzelsdorfer ergänzt: „Im Detail werden sicher noch Herausforderungen auf uns zukommen.“ In beiden neuen Gemeinden stehen jetzt Umbau-Arbeiten an. Ab Herbst werden sowohl das Aigener Rathaus, als auch das Rohrbacher Stadtamt umgebaut und erweitert, um Platz für alle Mitarbeiter zu schaffen. Fusionspotenzial besteht Einig ist man sich, was die externe Begleitung angeht: Ohne diese wäre der Prozess vermutlich nicht geglückt. Gerlinde Stöbich, die alle vier Gemeinden begleitet hat und jetzt mit der Evaluierung beginnt, sieht nach diesen gelungenen Premieren in Oberösterreich noch mehr Potenzial: „Es gibt einige Kandidaten für Fusionen oder Verwaltungsgemeinschaften. Wir werden in zehn Jahren auf 200 Gemeinden in OÖ kommen“, ist sie überzeugt. Dafür würde sich Stöbich schon jetzt eine langfristige Personalstrategie in den Gemeinden wünschen. Rohrbach-Berg wird mit 5000 Einwohnern (auf 38 km2) die größte Gemeinde des Bezirkes; Aigen-Schlägt wird drittgrößte Gemeinde mit 3100 Einwohnern (46 km2).
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