Bergretter testen neues Einsatzfahrzeug am Hochficht
HOCHFICHT/AIGEN-SCHLÄGL. Ein neues Einsatz- und Bergefahrzeug wünschen sich die Bergretter der Ortsstelle Aigen-Schlägl und hätten auch schon das richtige gefunden. Jetzt muss noch die Finanzierung auf die Beine gestellt werden.

Kein Wochenende und keine Ferien im Winter, an denen die Bergretter nicht in ihrem Einsatzraum in der Skiarena am Hochficht präsent sind. So sind sie sofort zur Stelle, wenn Skifahrer, Snowboarder oder Tourengeher verunfallen und möglichst schonend ins Tal gebracht werden müssen. Das neue Einsatz- und Bergefahrzeug würde da gute Dienste leisten.
Tiefschnee und Steigungen sind kein Problem
„Es ist ein Allradfahrzeug mit Achtfach-Bereifung bzw. Raupenantrieb, das Tiefschnee ebenso überwindet wie extreme Steigungen, wo ein Skidoo oder Quad schon lange aufgeben würde“, berichtet Reinhold Petz. Gemeinsam mit seinen Bergrettungs-Kameraden hat er das Fahrzeug ausgiebig getestet. Dabei wurde der Hufberg, wo noch zweieinhalb Meter Schnee liegt, in Angriff genommen.
Über den Sommer soll ein Finanzierungsplan erstellt werden. Unterstützung erhoffen sich die Aigen-Schlägler von der Landesleitung, aber auch von Seiten des Tourismus und der Gemeinden.
Jeden Winter 90 Verletzte
Wie wichtig eine gute Ausrüstung ist, zeigt der aktuelle Winter, der die Bergretter ganz schön fordert. „In der zeitlich begrenzten Ski- und Snowboardsaison will jeder auf die Piste. Dann wirken oft viele Faktoren zusammen – etwa mangelnde körperliche Fitness oder neue Sportgeräte, die man zu wenig kennt –, die zu einem Notfall führen“, weiß Reinhold Petz aus Erfahrung. Rund 90 verletzte Wintersportler müssen jede Saison versorgt werden, „diese Zahl bleibt relativ konstant“, sagt Petz.
„Unvernunft gibt es auch bei uns“
Er ergänzt: „Unsere Arbeit ist sicher kein Skivergnügen, sondern eine anstrengende Tätigkeit. Und wenn der Patient versorgt und im Akja transportiert wird, fährt die Verantwortung immer mit.“ Teilweise müssen Sportler auch aus hüfttiefem Schnee im Wald geholt werden, denn „Unvernunft gibt es auch bei uns.“
Die Bergrettung Aigen-Schlägl ist dabei nur an Wochenenden und in den Ferien am Hochficht vertreten, während der Woche übernehmen die Hochficht Bergbahnen selbst die Patientenversorgung.
Ganzes Jahr im Einsatz
Die 20 Männer der Ortsstelle Aigen-Schlägl mit Ortsstellenleiter Hermann Reisinger sind auch in der schneefreien Zeit im Einsatz und werden über den Alpinnotruf 140 alarmiert. Dazu sind die Kameraden gut geschult. In Aigen-Schlägl gibt es als Besonderheit die Spezialausbildung für Baumbergungen nach Paragleitunfällen. Im Einsatz steht zudem ein ausgebildeter Lawinenhund für Suchaktionen.


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