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"Die Sehnsucht nach Frieden ist auf beiden Seiten groß": Junge Mühlviertler erlebten den Glauben im Heiligen Land

Martina Gahleitner, 28.02.2019 06:53

AIGEN-SCHLÄGL/MÜHLVIERTEL. Bei einer Jugendwallfahrt der Diözese Linz nach Israel konnten 45 junge Leute den Glauben an biblischen Stätten erleben. Auch eine Gruppe aus dem Oberen Mühlviertel war mit dabei und kam tief beeindruckt von den Menschen und den Besonderheiten im Heiligen Land wieder nach Hause.

  1 / 4   Die jungen Leute aus dem Oberen Mühlviertel trafen bei der Diözesan-Jugendwallfahrt auf die aus Vorderweißenbach stammende Salvatorianerin Sr. Hildegard Enzenhofer. Foto: Diözese Linz

„Bei all der Schönheit und spirituellen Tiefe in Israel ist die aktuelle politische Situation doch sehr beklemmend“, erzählt Stefanie Stockinger (Poxrucker), Jugendpastoral-Beauftragte im Dekanat Altenfelden. „Gewalt gab es auf beiden Seiten der Mauer, die quer durch das Land läuft und israelische und palästinensische Gebiete voneinander trennt. Und die Sehnsucht nach Frieden ist groß.“ Für die Wallfahrer aus Oberösterreich waren die Checkpoints unkompliziert, doch „palästinensische Einwohner des Landes müssen unglaubliche Umwege zurücklegen - manchmal auch, um nur ins Nachbardorf zu kommen. Und die Einreise in israelische Gebiete ist für die meisten erst gar nicht möglich“, berichtet Stockinger.

Vorderweißenbacherin gibt Frauen ein Zuhause

Besonders bewegt hat sie das Wirken von Schwester Hildegard Enzenhofer, die aus Vorderweißenbach stammt und zwölf Kilometer von Jerusalem entfernt das Pflegeheim „Beit Emmaus“ für Palästinenserinnen aufgebaut hat. Die Salvatorianerin hilft alten Frauen oder Frauen mit Behinderung, egal ob christlichen oder muslimischen Glaubens. Außerdem wurde auf ihre Initiative eine Krankenpflegeschule errichtet.

Miteinander leben und glauben

Eine in Bethlehem lebende Christin, die Palästinenserin ist, hat der Gruppe eindrucksvoll von ihrem Leben und Glauben berichtet. „In einem Land, in dem der Glaube so viel bedeutet, bringt dieser Spannungen zwischen den verschiedenen Religionen und braucht auch viel mehr Mut. Die Sorge um die Zukunft und die Möglichkeiten von jungen Menschen sind eine große Herausforderung“, meint die Jugendbeauftragte. Jerusalem aber sei für Christen, Juden und Muslime ein heiliger Ort, „hier wird nebeneinander - und hoffentlich immer mehr miteinander - gelebt und geglaubt.“

Auf den Spuren von Jesus

Bedeutende biblische Stätten, wie die Geburtsgrotte in Bethlehem, die Grabeskirche in Jerusalem, die Taufstelle am Jordan, Nazareth und besondere Stätten am See Genezareth, standen für die Gruppe ebenfalls auf dem Reiseprogramm. An diesen besonderen Orten wurden auch eindrucksvolle Gottesdienste gefeiert - etwa am Ufer des Sees Genezareth „mit dem Panorama des Sees als schönsten Altar, den man sich vorstellen kann.“ Stefanie Stockinger ergänzt: „Wir feierten den Glauben mit viel Musik und persönlichen Zugängen,  konnten aber auch Fragen und Zweifel Raum geben. Viele der Orte sind Annahmen ohne historischer Sicherheit, sie sind an einer Stelle verortet.“ Es gehe dabei um eine spirituelle Dimension, was auch Diözesanjugendseelsorger Michael Münzner, der die Reise als Priester begleitet hat, den Teilnehmern vermittelte.

Die Begegnung mit einem Rabbiner einer Reformsynagoge war ein weiterer Höhepunkt für die Gäste aus Oberösterreich. Dabei erfuhren sie viel über den jüdischen Glauben und Rituale. Außerdem handelten sie am Markt beim Kauf von Gewürzen und Souvenirs, entdeckten arabische und jüdische Viertel, verbrachten Zeit in der Wüste und ließen sich im Toten Meer treiben. Und den berühmten Apfelstrudel im Österreichischen Hospiz in Jerusalem ließen sie sich ebenfalls nicht entgehen.


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