Biokompetenzzentrum untersucht Alternativen zum herkömmlichen Maisanbau
AIGEN-SCHLÄGL. Um Ertragseinbußen im Grünland zu kompensieren, setzen Landwirte verstärkt auf Silomais, der allerdings vielfach für Bodenerosion sorgt. Das Biokompetenzzentrum Schlägl hat sich um dieses Thema angenommen und untersucht Alternativen zum traditionellen Maisanbau.

Silomais ist auch bei wenig Niederschlag in der Lage, große Mengen an hochwertiger Futtermasse für die Rinderfütterung zu produzieren. Ein Problem, das durch Wetterextreme der letzten Jahre noch stärker aufgetreten ist, ist jedoch die Bodenerosion durch Wasser im Maisanbau. „Mais wird unter anderem aus Gründen der Beikrautbekämpfung als Hackfrucht in Reihen angebaut. In Hanglagen hat Wassererosion da leichtes Spiel“, erklärt Johannes Schürz vom Biokompetenzzentrum Schlägl, wo deshalb seit Mai 2019 unter seiner Leitung ein dreijähriges Forschungsprojekt zu diesem Thema läuft. Gemeinsam mit Partnerbetrieben werden alternative Anbauverfahren untersucht. „Direkt- oder Mulchsaat, Untersaaten oder auch reduzierte Bodenbearbeitung beispielsweise mittels Ackerfräse stehen im Fokus der Forschung“, sagt Schürz.
Mais im Trio mit Sonnenblumen und Hirse
Er ist noch auf eine weitere „spannende Alternative“ gestoßen: Mais im Gemenge mit Sonnenblume und Silohirse in Breitsaat. „Die Idee stammt von einem Bauern aus Pregarten. Dieser kultiviert die Mischung bereits seit 15 Jahren, und das mit Erfolg“, berichtet Johannes Schürz. 40 Prozent Mais, 30 Prozent Sonnenblume und 30 Prozent Silohirse werden in den Boden eingebracht. „Wichtig ist, dass die Sorten von der Abreife zusammenpassen. Die drei Komponenten ergänzen sich dabei gegenseitig: Erosion wird durch den dichten Bewuchs minimiert. Was Mais an Beikrautunterdrückung fehlt, macht die Sonnenblume mit ihren großen Blättern wieder wett. Der bis zu dreieinhalb Meter hoch wachsenden Hirse fehlt es in Reinsaat an Standfestigkeit, Mais und Sonnenblume dienen hier als Stütze. Sonnenblume allein ist als Futter für Rinder nicht geeignet, im Gemenge peppt sie die Futterration auf“, informiert der Projektverantwortliche. Wie es um den Futterwert der Mischung genau bestellt ist, wird sich im Herbst bei der Ernte und Analyse im Biokompetenzzentrum Schlägl zeigen (www.biokompetenzzentrum.at)


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