In 27 Jahren vom Müllobmann zum Umweltprofi: Ära Moser ging zu Ende
BEZIRK ROHRBACH. Der Bezirksabfallverband hat einen neuen Obmann: Franz Hofer, Bürgermeister von Kirchberg, wurde bei der gestrigen Verbandssitzung zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er folgt Josef Moser nach, der 27 Jahre lang, seit der Gründung des BAV, an dessen Spitze stand und Meilensteine in der Abfallwirtschaft gesetzt hat.

„27 Jahre Abfallwirtschaft und 27 Jahre Josef Moser - das ist untrennbar miteinander verbunden. Das Ganze hätte sich nicht so gut entwickelt, wenn er nicht gewesen wäre“, ist der neue BAV-Obmann Franz Hofer überzeugt. Moser hätte sich selbst „vom Müllobmann zum wahren Umweltprofi“ entwickelt. Ebenso wird aus dem einst wertlosen Müll, der in der „Schermgruabn“ gelandet ist oder irgendwo vergraben wurde, wertvoller neuer Rohstoff. „Heute ist jeder froh, dass der Abfall ordnungsgemäß entsorgt und zum Teil wieder verwertet wird“, meinte Hofer.
Öko-Bürgermeister wurde Obmann
Als Ende der 80er-Jahre vom Land der Auftrag kam, einen Bezirksabfallverband zu gründen, fiel diese Aufgabe dem jungen Schlägler Bürgermeister Josef Moser zu. Er war bereits für seine ökologische Grundhaltung bekannt und hat die Bioenergie Schlägl als erste Energiegenossenschaft in Oberösterreich gegründet. Seit 1993 ist er außerdem Vorsitzender des Landesabfallverbandes, diese Funktion wird er am Dienstag abgeben. „Die Huber Marie aus Afiesl muss auch was davon haben“, so habe Josef Moser oft gesagt, berichtete der Geschäftsführer des Landesabfallverbandes Thomas Anderer, der 24 Jahre lang mit dem Pionier und Vordenker zusammengearbeitet hat. „Er hat die Gemeinden immer gut vertreten - nicht nur im städtischen Umkreis, sondern bis in den ländlichsten Raum.“ Auf Bundesebene bleibt Moser als Präsident der Arge der österreichischen Abfallverbände noch knapp einen Monat aktiv.
Einsatz für Abfalltrennung
Während seiner aktiven Zeit hat sich der Aigen-Schlägler vehement für getrennte Sammelsysteme eingesetzt: es wurde die Altpapiertonne eingeführt, Öli-Anlagen eröffnet, eine landesweite Bio-Abfalloffensive gestartet, Bauschuttdeponien eingerichtet. Der Bezirk war dabei stets Vorreiter, viele Meilensteine, die hier gesetzt wurden, fanden Nachahmer in ganz Oberösterreich und Österreich. Rohrbach ist zudem der einzige Bezirk mit einheitlichen Müllgebühren.
Es bleibt genug zu tun
„Es hat sich viel getan, aber es bleibt noch viel zu tun“, meinte Josef Moser, als er den grünen Schlüssel für den BAV an seinen langjährigen Stellvertreter und Nachfolger Franz Hofer übergab. Stolz ist er vor allem auf das positive Image, das eine Gallup-Umfrage der Abfallwirtschaft in Oberösterreich bescheinigt. „Die Menschen stehen hinter der Mülltrennung.“
Nach der langen Zeit erfolgt der Abschied natürlich nicht ohne Wehmut. Aber ob des tüchtigen Teams und seinem erfahrenen Nachfolger ist ihm um die Zukunft des Verbandes nicht bang. Moser selbst will sich jetzt Zeit für seine Hobbys, fürs Reisen und vor allem für seine Familie nehmen. Denn Ehefrau Roswitha und die beiden erwachsenen Töchter sind in den vergangenen 27 Jahren oft zu kurz gekommen.


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