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Rudolfinger Landwirt findet in der Bio-Hühnermast eine echte Alternative für sich

Petra Hanner, 14.11.2017 13:15

AIGEN-SCHLÄGL. Ob sie mit ihrem Leben glücklich sind, das kann Manfred Gugler-Andraschko seine Hühner nicht fragen. Aber zumindest tun er und seine Familie alles dafür, dass sie sich in ihrem Mastbetrieb, den sie im Juni eröffnet hat, so wohl wie möglich fühlen. Derzeit wächst gerade die dritte Charge Hühner in ihrem Stall heran. Tips besuchte die 14 Tage alten Küken und den Bauern.

  1 / 3   Manfred Gugler-Andraschko betreibt in Rudolfing bei Aigen-Schlägl einen Bio-Hühnermast-Betrieb. Foto: Hanner

Neugierig gucken die kleinen, flauschigen Knäuel durch die gläserne Türe, die uns vom Stall trennt. Die ganz Vorwitzigen pecken gegen die Türe, sie wollen ja schließlich wissen, was hier vorgeht. Hineingehen darf außer der Familie Gugler-Andraschko aber keiner, damit keine Keime den Stall verschmutzen und die Tiere krank werden. „Hühner waren mir immer sympathisch. Wir haben früher welche am Hof gehabt und deshalb hab ich die Arbeit mit den Tieren schon gekannt – natürlich ein wenig anders, als ich es heute mache“, erzählt der Rudolfinger, der sich neben seinem Reitbetrieb Raschkahof nun ein weiteres Standbein aufgebaut hat – übrigens fast zeitgleich mit der Familie Engleder aus Auberg, die die Hühnermast in gleichem Stil betreibt.

Alternativen gesucht

„Bei uns stand die Erweiterung der Milchwirtschaft, sprich das Stallbauen, im Raum, aber wir und unser Sohn Franz wollten uns vorher noch umschauen, welche Alternativen es sonst noch gäbe. Wir haben uns verschiedenste Geflügelmastbetriebe angeschaut und gemerkt, dass das genau das Richtige für uns ist“, erzählt er. „Konventionell war für uns von Anfang an kein Thema, weil nur im Bio eine wirklich artgerechte Haltung praktiziert wird.“ Als Abnehmer konnte Familie Gugler-Andraschko Huber's Landhendl gewinnen, wo die Tiere geschlachtet und an den Handel ausgeliefert werden.

Endlich wieder Hendl

Außerdem beliefert er seit kurzem auch den Ulrichsbergerhof von Rainer Lanzerstorfer. Der freut sich, nach sechs Jahren endlich wieder Hendl auskochen zu können. Und zwar, weil sie erstens aus der Region kommen und zweitens unter besten Bedingungen aufwachsen dürfen.

Nach zwei Jahren Vorbereitungs- und Bauzeit leben nun für jeweils durchschnittlich 56 Tage Masthühner im Hühnerstall bei Rudolfing. Sie kommen schon als Eintagsküken aus der Bio-Brüterei Kremsmünster von den „Eiermachern“ in den Bio-Hühnerstall der Familie Gugler-Andraschko, wo sie in zwei Abteilen zu jeweils 4800 Hühnern leben. Jedes Abteil ist 400 Quadratmeter groß, dazu kommen noch vier Quadratmeter Weide pro Tier und ein überdachter Auslauf. Ins Freie können die Tiere, sobald sie ein gewisses Alter erreicht haben, jederzeit. Dort können sie nach Herzenslust scharren, sich sonnen oder Gras und Würmer fressen.

„Es soll ihnen gut gehen“

Guglers Credo: „Die kurze Zeit, wo das Huhn bei uns lebt, soll es ihm gut gehen. Das war uns von Anfang an ein Anliegen. Deshalb, und weil die Bio-Richtlinien sowieso besonders streng sind, bekommen unsere Hühner nur 100 Prozent österreichisches Biofutter. Die Tiergesundheit ist oberste Priorität und in erster Linie durch vorbeugende Maßnahmen wie durch Zufütterung von natürlichen Vitaminen und Kräutern zu sichern. Auch die geringere Besatzdichte führt zu gesünderen Beständen. Der Einsatz von Antibiotika in der Biomast dürfte nur in äußersten Ausnahmesituationen und sowieso nur unter fachtierärztlicher Aufsicht erfolgen. „In der Praxis sind Antibiotika kein Thema“, erkärt der Biobauer.

Zwei Tage Großputz

Wenn die Hühner weg sind, beginnt das große Saubermachen. „Zwei Tage lang putzen wir dann den gesamten Stall. Dann haben wir ein paar Tage frei, bis wieder die nächsten Küken kommen, und alles fängt von vorne an“, so der Landwirt.

Die Nachfrage nach Guglers Hühnern ist groß, mehrere Gastronomen würden gerne sein Fleisch abnehmen. „Das muss ich zuvor natürlich mit Huber abklären, zu viele Wirte kann ich nicht beliefern. Es müssen ja noch genug für den Vertragspartner bleiben“, sagt der Bauer. Trotzdem überlegt die Familie aufgrund der großen Nachfrage auch aus dem privaten Bereich, das Fleisch direkt zu vermarkten. Im Frühling soll die Entscheidung fallen.


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