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AIGEN-SCHLÄGL. Zum 20. Jubiläum der Allianz für den Freien Sonntag in Oberösterreich bekräftigten alle im Landtag vertretenen Parteien im Stift Schlägl die Forderung, am Sonntag Handelsgeschäfte geschlossen zu lassen. An diesem Tag müsse Zeit für Familie, für Vereine und gesellschaftliches Leben und natürlich auch für die Kirche sein. Der Messgang allerdings kommt für Abt Martin Felhofer oft viel zu kurz.

  1 / 2   Auch Gründervater Alt-Bischof Maximilian Aichern kam zum Jubiläum der Allianz für den freien Sonntag ins Stift Schlägl. Für ihn ist diese Forderung nach wie vor "ein wichtiges Anliegen". Foto: Gahleitner

Eigentlich wurde das 20-jährige Bestehen schon im Vorjahr gefeiert. Denn 1997, als mit dem EU-Beitritt offene Grenzen und verstärkte Liberalisierung kamen, war allgemeine Meinung, dass der Sonntag bald zum normalen Arbeitstag werde. „Mit der Allianz für den freien Sonntag stellte sich ein breites Bündnis gegen diese Entwicklung. In Oberösterreich sind auch alle Landtagsparteien Mitglied der Allianz“, zeigte Koordinator Heinz Mittermayr bei einer Podiumsdiskussion im Stift Schlägl anlässlich der zweitägigen Vollversammlung auf.

Freier Sonntag derzeit nicht in Gefahr

Auch wenn es immer wieder Bestrebungen von Handelsketten und Unternehmen gibt, ist der freie Sonntag derzeit in Oberösterreich nicht in Gefahr. Nicht zuletzt dank der Allianz, wie ÖVP-LAbg. Georg Ecker meinte. „Wenn man an sechs Tagen alles kaufen kann, teilweise zu langen Einkaufszeiten, dann müssen die Geschäfte nicht auch noch am Sonntag offen haben. Das Leben soll sich nicht ums Einkaufen drehen.“ Allerdings, räumte Ecker ein, könne man bei Ausnahmeregelungen etwas großzügiger sein: „Wenn ein Markt zum Jubiläum einmal in 20 Jahren aufsperren will, sollte man schon überlegen, ob wir nicht zu rigoros sind.“

Tag der Familie

Generell ist für Ecker, FPÖ-LAbg. Ulli Wall und SPÖ-LAbg. a.D. Erich Pilsner (Bezirk Eferding) klar, dass die Politik Öffnungs-Bestrebungen einen Riegel vorschieben muss. „Der gemeinsame Einsatz ist wichtiger denn je. Denn der freie Sonntag ist notwendig für Familien und Beziehungen - gerade in Zeiten, in denen ein Wertewandel spürbar ist“, ist Wall überzeugt. Pilsner wies auf zunehmende Flexiblisierung und den 12-Stunden-Arbeitstag hin, „da muss gemeinsame Zeit für Familie bleiben. Und ohne Sonntag gebe es auch keinen Werktag.“

Fußballtraining und Feuerwehr statt Kirche

Nicht zuletzt bleibt am Sonntag Zeit fürs Vereinsleben. Dieser Punkt ist allerdings Abt Martin Fellhofer ein Dorn im Auge, sosehr er die wertvolle Vereinsarbeit auch schätze: „Das Jugendtraining der Sportler oder Feuerwehr-Bewerbe gingen doch auch am Samstag. Wenn möglich sollten Vereine den Sonntagvormittag für den Gottesdienst frei lassen“, bekräftigte er einen lang gehegten Wunsch. “Wir haben das schon oft angesprochen, bringen aber nicht zusammen, dass sich etwas ändert.“


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