Verlorene Saison für Hochzeits-Dienstleister
BEZIRK ROHRBACH. Der traditionelle Hochzeitsmonat Mai fällt heuer Corona-bedingt aus. Und auch für den Rest des Jahres schaut es nicht gut aus. Für Dienstleister, die sich eben auf solche Feste spezialisiert haben, bahnt sich deshalb ein verlorenes Jahr an.

Hört man sich in der Branche ein wenig um, merkt man, dass die Stimmung nicht gerade rosig ist. Dabei würde es sich doch um den schönsten Tag im Leben handeln. „Die Leute wollen ja heiraten, aber bis Ende August dürfen keine größeren Veranstaltungen stattfinden. Der Großteil der Brautpaare hat auf nächstes Jahr verschoben, einige sogar noch weiter, weil sie nicht mit Maske heiraten wollen“, berichtet Tanja Gabriel von der Jungen Hochzeiterei, einer Online-Plattform rund ums Heiraten. Hier findet man gebündelt ein Netzwerk aus Dienstleistern verschiedenster Branchen, die sich um angehende Brautleute kümmern. „Ich bin froh, dass wir nicht nur Unternehmen haben, die nur von Hochzeiten leben – bei denen rennt jetzt das Geschäft wieder etwas an“.
Kreislauf ist unterbrochen
In vielen Fällen jedoch steht alles still, so wie auch bei Tanja Gabriel selbst: Mit ihrem Catering-Service Smoking BBQ wäre sie zu normalen Zeiten jedes Wochenende unterwegs, „Jetzt würde die Saison losgehen und die Einnahmen reinkommen. Über den Winter lebt man als Saison-Caterer dann von Anzahlungen. Aber dieser Kreislauf ist unterbrochen“, zeigt Gabriel auf, die für ihre Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet hat. „Aber irgendwann wird das Geschäft schon wieder kommen“, ist sie trotzdem zuversichtlich. Problem sei jedoch auch, dass die alten Termine mit den neuen im nächsten Jahr kollidieren. „Im Endeffekt verlieren wir ein ganzes Jahr.“
Stillstand nach Neustart
Benjamin Reischl, der gerade erst vor wenigen Monaten das Hochzeitszentrum Meierhof in Aigen-Schlägl als neuer Pächter übernommen und kräftig investiert hat, kann das bestätigen: „Wir hätten für nächstes Jahr bereits eine gute Auftragslage gehabt, jetzt können wir kaum noch neue Termine annehmen, weil der Großteil der Hochzeitsfeste auf 2021 verschoben wurde.“ Bis Ende September wurden bei ihm fast alle Veranstaltungen abgesagt. Für den Rest des Jahres steht hinter allem ein großes Fragezeichen. „Es schaut nicht rosig aus, wann und wie es weitergeht“, sagt der Gastronom, der auch das Pub im Ort betreibt. Und fügt hinzu: „Wir können nichts ändern, aber es ist wirklich hart.“
Manche heiraten trotzdem
Zehn Leute sind derzeit übrigens bei einer Hochzeit erlaubt. Diese Verordnung gilt bis 30. Juni, kann sich jedoch jederzeit ändern, heißt es vom Rohrbacher Standesamtsverband. Leiterin Judith Rastegar berichtet: „Manche Paare, vor allem jene, die das Standesamt festlicher gestalten wollten, haben die Trauung verschoben. Andere warten noch ab, wie sich die Situation entwickelt. Wer aber ohnehin nur eine kleine Hochzeit geplant hatte, heiratet trotzdem.“


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