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BEZIRK ROHRBACH. Zu gering waren die Niederschläge am Wochenende – Wiesen und Wälder brauchen dringend Regen. Doch trotz zunehmender Trockenheit wird die Waldbrandgefahr nicht ernst genug genommen, warnt Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Bröderbauer und appelliert, auch auf Brauchtumsfeuer zu verzichten.

Damit es nicht zur Katastrophe kommt, ist jegliches Feuer in Waldgebieten und in Waldrandnähe verboten. Foto: Hermann Schönhofer/pixelio.de

Ein kleinflächiger Bodenbrand in einem Waldstück am Tanzboden in Haslach, der von der Feuerwehr Haslach schnell gelöscht werden konnte, und ein nicht genehmigtes Sonnwendfeuer, zu dem die Kameraden der FF Altenfelden und Kleinzell am Samstag ausrücken mussten: Noch ist im Bezirk Rohrbach nichts Gröberes passiert. Aber Bezirkskommandant Josef Bröderbauer sieht eine Gefahr in der großen Unbekümmertheit der Bevölkerung: „Obwohl die Waldbrandverordnung draußen ist und über alle Medien vielfach darüber informiert wurde, wird diese nicht wahrgenommen. Immer noch werden private Feuer entzündet und dabei oft auch der Sicherheitsabstand nicht eingehalten.“

Mindestens zehn Meter

Pro Meter Höhe des Feuers gelten mindestens zehn Meter Abstand zum Haus oder brennbaren Gegenständen – bei der derzeitigen Trockenheit noch mehr. Denn die Böden sind nicht ausreichend durchfeuchtet, außerdem könne durch Funkenflug ein Feuer ausgelöst werden.

Jegliches Feuer (einschließlich Rauchen) in Waldgebieten, in Waldrandnähe und im Gefährdungsbereich des Forstes ist daher verboten. „Viele sind sich aber der Konsequenzen gar nicht bewusst“, sagt der Feuerwehr-Bezirkschef aus Altenfelden.

Feuerwehr vor Ort

Wenn ein Sonnwend- oder Petersfeuer geplant ist, sollte dieses unbedingt angemeldet und an einem gesicherten Ort, am besten gemeinsam mit der Feuerwehr entzündet werden. So wie es etwa die Pfadfindergruppe Rohrbach-Berg macht. „Die Feuerwehr wird mit einem Tanklöschfahrzeug am Freitagabend dabei sein“, heißt es von der Gruppe, die traditionell zum Gedenken an Peter und Paul das Petersfeuer in Lanzersdorf veranstaltet (mehr dazu im Leben-Teil dieser Ausgabe).

Trockene Wiesen – geringe Erträge

Die aktuelle Dürre betrifft auch die landwirtschaftlichen Kulturen und macht sich zudem in den Hausgärten bemerkbar. „Landesrat Max Hiegelsberger appelliert hier an die Eigenverantwortung der Bevölkerung: „Es gilt den Hausverstand einzusetzen, um trockene Flächen vor Bränden zu schützen.“

Von braunen, ausgetrockneten Wiesen weiß auch Bezirksbauernkammer-Obmann LAbg. Georg Ecker zu berichten. „Teilweise ist der zweite Schnitt schon erfolgt, die Erträge sind aber sehr gering und oft nur die Hälfte als normal.“ Ecker rät daher Landwirten, künftig eine Dürreversicherung abzuschließen, die von Land und Bund unterstützt wird.

Üben für den Katastrophenfall

Wie es wäre, wenn der Böhmerwald brennt, zeigt sich am Wochenende bei der länderübergreifenden Waldbrandübung: Von 30. Juni bis 2. Juli bündeln Feuerwehr und Militär aus Österreich, Deutschland und Tschechien ihre Kräfte und üben auf einem mehr als 100 Hektar großen Gebiet. Die Zonen für Zuschauer sind beschildert und markiert, einen Beobachtungspunkt gibt es etwa in Oberschwarzenberg (GH Dreiländereck).


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