Rohrbachs Landwirte wappnen sich für künftige Herausforderungen
ALTENFELDEN. Beim Wildparkwirt in Altenfelden beendete die neue Landwirtschaftskammer-Führung ihre Tour durch Oberösterreich – und damit waren Präsidentin Michaela Langer-Weninger und Kammerdirektor Karl Dietachmair in einem Bezirk angekommen, in dem es viele Herausforderungen zu meistern gilt.

Der Borkenkäfer, der vor allem im Donauraum die Waldbauern fordert und für einen Kahlfraß bei den Fichten sorgt; der Engerling, der einige tausende Hektar Schaden im Grünland angerichtet hat und dem Herr zu werden es noch nicht gelungen ist; oder die Anpassungs-Erfordernisse in der Biolandwirtschaft, von denen der Bezirk Rohrbach mit seinen vielen Biobetrieben besonders betroffen ist: Es ist wirklich ein „Hotspot-Bezirk“, in dem LWK-Präsidentin Michaela Langer-Weninger und Kammerdirektor Karl Dietachmair über ihre Ziele und Pläne informierten und zum Zusammenhalt innerhalb der Bauernschaft aufriefen.
Wertvolle Arbeit verdient Wertschätzung
„Landwirtschaft ist nicht immer einfach und alle Bäuerinnen und Bauern leisten großartige Arbeit für die Gesellschaft“, betonte die Kammerpräsidentin gleich zu Beginn, „diese Arbeit verdient auch Wertschätzung und entsprechendes Einkommen.“ Gerade für Waldbesitzer, die mit einem überfüllten Holzmarkt und niedrigen Preisen zu kämpfen haben, setzt sie sich deshalb für eine steuerliche Entlastung für Borkenkäfer-Betroffene ebenso ein, wie für eine verstärkte Nutzung von Biomasse oder Holz als Baustoff bei öffentlichen Bauten.
Punkto Engerling werden in den nächsten Monaten Bildungs- und Beratungsschwerpunkte gesetzt. „Wir müssen das Grünland wieder fit kriegen“, sagte sie im Hinblick auf 25.000 Hektar betroffene Fläche in Oberösterreich – 10.000 allein im Bezirk Rohrbach.
Heimische Produktion stärken
Kritik übte sie an den immer höheren Produktionsstandards, die auf die Landwirte zukommen – etwa beim Tierschutz, Pflanzenschutz, Biodiversität, Klimaschutz. „Ständig neue Auflagen können wir nicht mehr finanzieren“, stellte sie klar und forderte gleichzeitig eine bessere Kennzeichnungspflicht: „Da kommen Produkte auf den Markt, die nicht unsere Standards haben. Der Konsument braucht aber Sicherheit.“ Stichwort Konsument: Dieser habe es in der Hand, denn „jede Kaufentscheidung beeinflusst die Art der Produktion.“ Wenn jeder um zehn Prozent mehr heimische Produkte kaufen würde, würde das nicht nur 21.000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, weil Transporte wegfallen.
Kaum mehr Ausnahmen beim Weidegang
Für Biobauern bringt ein EU-Audit ab 2020 neue Anpassungserfordernisse. Beispielsweise wird verstärkt auf den Weidezugang geachtet, „da gibt es fast keine Ausnahme mehr“, informierte die Landwirtin aus Mondsee. 2021 soll eine neue Bioverordnung kommen.
Auf die allgemeinen Entwicklungen in der Agrarpolitik ging Karl Dietachmayr ein: Der Strukturwandel halte nach wie vor an, habe sich aber verlangsamt; außerdem setze sich die Spezialisierung fort, berichtete der Kammerdirektor. Als zukünftige Herausforderungen nannte er unter anderem den Klimawandel sowie die Sicherstellung eines entsprechenden Fachkräftenachwuchses und der Wettbewerbsfähigkeit bei der Lebensmittel- und Holzverarbeitung.
Landwirtschaft im Bezirk gut gerüstet
Um die Zukunft der Landwirtschaft im Bezirk Rohrbach ist Bezirksbauernkammerobmann Georg Ecker nicht bang. „Die Betriebe trauen sich zu investieren und halten die Bewirtschaftung aufrecht. Und es sind viele junge Landwirte am Werk, die die Höfe weiterführen.“


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