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GASPOLTSHOFEN/ ALTENHOF. Sarah Saiz und Bernhard Neumüller absolvieren beide ein freiwilliges soziales Jahr bei Assista Altenhof. Die beiden sammeln erste Erfahrungen für ein anschließendes Studium. 

Sarah und Bernhard vor dem Teich im Dorf von Assista Altenhof. Foto: LHackl
Sarah und Bernhard vor dem Teich im Dorf von Assista Altenhof. Foto: LHackl

Sarah Saiz (20) aus Ansfelden (Bezirk Linz Land) und Bernhard Neumüller (18) aus Ungenach (Bezirk Vöcklabruck) haben im Vorjahr maturiert. Anstatt ins Studium einzusteigen oder beim Bundesheer den Grundwehrdienst zu leisten, entschieden sich beide für ein elfmonatiges soziales Jahr (FSJ) bei Assista Altenhof, einer sozialen Einrichtung für Menschen mit Beeinträchtigungen. Dort sind die beiden in der therapeutischen Abteilung tätig und gewinnen erste Einblicke in ihren Traumberuf. Zwischen sieben und 30 Mitarbeiter sind über die Agentur in Altenhof beschäftigt. Der Turnus beginnt immer im September oder Oktober. Die Freiwilligen sind im Wohnbereich, in den Werkstätten oder in der Therapie tätig.

Tips:Wie seid ihr nach Altenhof gekommen?

Sarah: Mein Bruder hat einen Schulfreund, der hier Zivildienst gemacht hat. Bei der Agentur des (FSJ) habe ich erfahren, dass ich hier arbeiten kann und wurde schließlich aufgenommen.

Bernhard: Ich wollte ursprünglich beim Roten Kreuz Zivildienst machen, wusste aber schon, dass ich später Physiotherapie studieren will und bin über meine Mutter nach Altenhof gekommen. Mithilfe von einem FSJ kann ich im Institut arbeiten und erste therapeutische Erfahrung sammeln. Das wird mich auch später für das Studium praktische Erfahrungen bringen. Deswegen hab ich mich für das FSJ in Altenhof entschieden.

Tips:Was sind eure Aufgaben an einem normalen Tag?

Sarah: Wir können uns selbstständig die Klienten einteilen, sie wurden uns am Anfang von den Therapeuten übergeben und uns wurde erklärt, welche Übungen wir mit ihnen machen können. Von leichter Mobilisation bis zu Ergotherapie oder Kommunikationstherapie arbeiten wir mit den Bewohnern. Auch Gruppentherapien und Sporteinheiten stehen auf dem Plan.

Tips:Wie läuft die Bewerbung für ein Freiwilliges soziales Jahr ab?

Sarah: Ich habe mich zuerst an die FSJ-Agentur gewendet und bin so auf Assista aufmerksam geworden. Es gibt dann einen Kennenlerntag, bei dem sich alle vorstellen...

Bernhard: ...Da war ich der Einzige, der schon wusste, wohin er kommt, weil ich zuerst mit Assista in Kontakt war und erst danach die Zivildienstagentur informiert habe.

Tips:Welche Herausforderung hattet ihr zu bewältigen?

Sarah: Am Anfang mussten wir uns viel merken und uns unseren Tag selbst einteilen, das war recht schwierig, einen Fixtermin mit den Bewohnern zu finden.

Bernhard: Kleinere Aufgaben wie Pflegemittelbestellungen und Geschirrspülerausräumen fallen in unseren Aufgabenbereich und mussten organisiert werden.

Tips:Wie hat sich die Corona-Situation auf euch ausgewirkt?

Sarah: Das Institut ist zurzeit geschlossen, wir wurden einige Wochen freigestellt. Mittlerweile dürfen wir in der Pflege weiterarbeiten und aushelfen. Mitte Juni kann es sein, dass wir wieder zurück in den Therapie-Bereich können.

Tips:Hattet ihr die Möglichkeit, euch vorher über diesen Arbeitsplatz zu informieren?

Bernhard: Wir haben beide einen Schnuppertag absolviert, bei dem der Institutsleiter uns alles gezeigt hat. Diese Schnuppertage sind auch verpflichtend, um die Einrichtung kennenzulernen.

Tips:Was wird euch in Erinnerung bleiben? Was macht am meisten Spaß?

Bernhard: Der Umgang mit den Klienten, Zeit verbringen und ein bisschen quatschen und Spaß haben. Lustige Erlebnisse werden natürlich auch hängenbleiben.

Sarah: Die Arbeit mit den Klienten, die Atmosphäre mit den Mitarbeitern und das positive Lebensgefühl in der Einrichtung. Vielleicht kommt ja einer von uns später wieder zurück zu Assista. Manche der Bewohner haben schon gesagt: „Wenn du fertig studiert hast, nimmst du mich in Therapie, oder?“

Tips:Was steht nach dem FSJ auf dem Plan?

Bernhard: Physiotherapie oder Ernährungswissenschaften, aber auf jeden Fall studieren gehen.

Sarah: Ich möchte Physiotherapie oder Geburtshilfe studieren und meine Erfahrungen vertiefen.

Freiwilliges soziales Jahr

Das freiwillige soziale Jahr ist eine vor 32 Jahren ins Leben gerufene Agentur, die Jugendliche an soziale Organisationen vermittelt. Assista Altenhof ist seit Anbeginn Partner des Projekts. Im Unterschied zu Zivildienern arbeiten FSJ-Teilnehmer nur 34 Stunden pro Woche bei vollem Urlaubsanspruch, sie bekommen ein Taschengeld, das aber durch Kindergeld aufgestockt werden kann. Wenn die Mitarbeiter nicht am Betrieb wohnen, haben sie Anspruch auf Fahrtengeld. Während des Aufenthalts finden Seminare mit den Freiwilligen statt, in denen Supervision, Reflektion, Vorbereitung und Austausch zwischen den Jugendlichen gefördert werden. bei dem Techniken und Probleme besprochen werden.


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