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„Um sechs Uhr früh am Markusplatz – da werden die Bilder am schönsten“

Daniela Toth, 26.01.2016 12:09

ALTMÜNSTER. Den oberösterreichischen Fasching hat Theresia Sturm schon seit 13 Jahren nicht mehr miterlebt. Die Leidenschaft der Altmünsterin gehört dem Karneval in Venedig, wo sie mit ihren kunstvoll gestalteten Kostümen Jahr für Jahr die Zuseher begeistert.

Theresia Sturm gemeinsam mit ihrer „Karnevals-Partnerin“ vor San Giorgio
  1 / 9   Theresia Sturm gemeinsam mit ihrer „Karnevals-Partnerin“ vor San Giorgio

„Wer einmal beim Karneval in Venedig war, der ist für sein Leben lang infiziert“, ist sich Theresia Sturm sicher. Sie selbst „erwischte“ es vor 14 Jahren: „Die besondere Atmosphäre, das Magische, Mysthische, Stille hat mich sofort fasziniert.“ Schon im Jahr darauf war sie mit ihrem ersten eigenen Kostüm mit dabei. Das Schneidern hat sie sich – extra für ihr Hobby – selbst beigebracht. Rund 30 der aufwändig dekorierten „Prinzessinnenkleider“ sind mittlerweile entstanden. In jedem Kostüm stecken rund 100 bis 150 Arbeitsstunden. „Die meiste Zeit braucht man für die Dekoration“, so Sturm. Die kunstvoll geschmückten Hüte, Stäbe und Handtäschchen werden immer genau auf das Kleid abgestimmt – ebenso wie die typischen Masken, die die gelernte Keramikmalerin in Venedig „roh“ kauft und jeweils passend gestaltet.

Derzeit herrscht in der – zur „Karnevals-Werkstatt“ umfunktionierten – Wohnung von Theresia Sturm wieder Hochbetrieb: Gemeinsam mit einer Freundin, die ihre Leidenschaft teilt, wird noch letzte Hand an die kunstvollen Kostüme gelegt. In wenigen Tagen geht es wieder auf nach Venedig. Neun Tage lang sind Theresia und Angela Sturm dann täglich „in der Maske“, promenieren durch die Stadt und posieren für die zahlreichen Fotografen. „Manchmal sind wir schon um sechs Uhr früh auf den Beinen – bei Sonnenaufgang am Markusplatz werden die Bilder besonders schön“, so ein Geheimtipp von Theresia Sturm. Der einzige Nachteil: Um diese Zeit ist es natürlich noch bitterkalt. Auch das Gedränge muss man aushalten – in der Karnevalszeit kommen täglich 50.000 bis 100.000 Touristen in die Lagunenstadt. „Manchmal kommt man in den Durchgängen eine halbe Stunde lang kaum vom Fleck“, so Sturm. Doch das alles tut ihrer Begeisterung keinen Abbruch: „Für mich ist das Faszination pur, auch wenn das Ganze natürlich viel Geld und Anstrengung kostet.“

Ihr Lohn ist einzig das Staunen der Leute – und die kunstvoll inszenierten Bilder, die ihr die Fotografen als Dank für das Posieren zuschicken.


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