Kulturhof: Großer Andrang bei Jubiläumsfest
AMSTETTEN. Der Kulturhof feierte sein 25-jähriges Bestehen mit einem Lesungstheater von Wolfgang Wagner. Zahlreiche Gäste feierten mit.

AMSTETTEN. Der Rathaussaal war zum Bersten voll, als der Verein Kulturhof Amstetten sein 25-jähriges Bestehen feierte. Dieses Jubiläum nahm Vizebürgermeisterin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) zum Anlass, für die intensive Kulturarbeit des Vereins zu danken.
Wichtige Impulse
Der Kulturhof habe ganz wichtige Impulse für die Stadt Amstetten geleistet und einen Teil der Stadt geprägt. Der frische Wind, den der Kulturhof nach Amstetten gebracht hatte, war auch manchmal ein rauer Wind, aber immer eine Bereicherung. Königsberger-Ludwig erinnerte auch an den viel zu früh verstorbenen Roman Mayerhofer, der das Café Zum Kuckuck gegründet hatte, in dem bis heute viele Veranstaltungen des Kulturhofs stattfanden.
Junger Obmann
Der neue Obmann Markus Knoll (26) stellte sich bei dem Fest vor. Als seine wichtigsten Themen nannte er Umweltschutz, Menschenrechte und Altruismus. Knoll: „Ich finde es wichtig, dass sich junge Menschen in einer Welt mit einer schier unendlichen Menge an Informationen an Menschen wenden können, die bewandert in den Bereichen Kultur, Geschichte und Politik sind, um dort abseits von Medien über für sie wichtige Themen zu diskutieren.
Rückblick
Fritz Rafetseder, Gründungsmitglied des Kulturhofes, brachte einen groben Überblick über das Programm der bisherigen 25 Jahre, wobei es ihm nicht leichtfiel, ein paar Highlights herauszupicken. Er nannte unter anderem den Skulpturenpark, der 1994 unter der Leitung von Helmut Swoboda am Hauptplatz installiert wurde. Auch das Projekt „United Colors of Dorrer“ blieb vielen in Erinnerung. Menschen aus der ganzen Welt mit dem Familiennamen Dorrer schickten persönliche Kleidung nach Amstetten und diese wurden in einer Art Modenschau vorgeführt. Einen Zugang zum Kulturhof erklärte Rafetseder so: „In Zeiten der Selbstoptimierung und Multioptionalität, in der die Anstrengungen zur Vermögensbildung diejenigen zur Herzensbildung beträchtlich übersteigen, tun wir gut daran, unsere Ressourcenmaximierung zugunsten eines Innehaltens und einer Verstärkung unserer Weltbeziehung zurückzustellen.“Auch Rafetseder erinnerte an Roman Mayerhofer als treibende Kraft des kulturellen Lebens.FestschriftEine über 100 Seiten dicke Festschrift gab es für die Gäste gegen eine freiwillige Spende. In dieser Festschrift, die mit Grußworten des Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen eingeleitet wird, sind all die Veranstaltungen aufgelistet, die der Kulturhof im Laufe der Jahre organisiert hatte.
Seepferdchen und Nutten
Als kultureller Teil des Jubiläumsfestes führte Wolfgang Wagner das Publikum unter dem Titel „Seepferdchen und Nutten“ in die Welten von Charles Bukowski und Joachim Ringelnatz. In einem ungemein spannenden Vortrag stellte er die beiden Dichterpersönlichkeiten und deren außergewöhnlichen Lebensgeschichten gegenüber, bettete diese in deren Zeitgeschichte ein und las ausgewählte Texte. Mit diesem Lesungstheater fesselte er förmlich das Publikum.
Gedankenaustausch
Im Anschluss daran gab es noch ausreichend Gelegenheit zum Austausch von Gedanken und Erinnerungen. Einig waren sich alle im Wunsch, dass der Kulturhof noch lange Bestand habe und weiterhin auf derart hohem Niveau agiere.


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