Interview mit Georg Edlinger über Musik zu Zeiten der Corona-Maßnahmen

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Norbert St. Mottas Norbert St. Mottas, Tips Redaktion, 26.05.2020 11:42 Uhr

AMSTETTEN. Als Musiker, Komponist, Soundtüftler, Produzent, Herausgeber von Musikliteratur und Musikpädagoge kennt Georg Edlinger die Musikszene – insbesonder die der Region – sehr genau. Tips-Redakteur Norbert Mottas bat Edlinger um ein Interview.

 

Tips: Du bist Live-Musiker, Komponist und unterrichtest Percussion-Instrumente. Wie hast du die erste Zeit der Maßnahmen gegen die Pandemie-Ausbreitung verbracht?

Edlinger: Ich habe CDs produziert, Literatur für Rhythmik geschrieben, Videos für rhythmisches Training gemacht und Wohnzimmerkonzerte veranstaltet - hier gibt es dann auch noch eine weitere Serie davon! Weiters habe ich online Unterricht für Schlagzeug und Percussion an der Musikschule Neuhofen und an der Trommelschule Amstetten abgehalten.

Tips: Welche Erfahrungen hast du beim Unterrichten via Bildschirm gemacht? Welche Vorteile und welche Nachteile hast du beobachtet?

Edlinger: Der Vorteil ist das selbständige lernen durch vor und nachspielen. Die Schüler habe ich animiert selber Videos zu machen und Rhythmen zu erfinden. Durch den online Unterricht konnte ich die Instrumente der Schüler kennen lernen und die Räumlichen Gegebenheiten. Nachteile ergeben sich dadurch, dass kein persönlicher Kontakt beim Vorzeigen und gemeinsamen Spielen besteht.

Tips: Brauchen Schüler ein besonderes technischen Equipment für den Bildschirm-Unterricht?

Edlinger: Nein, im Prinzip genügt ein Smartphone oder ein einfacher Computer. Technisch und klanglich ist es natürlich besser, wenn es Kopfhörer, Lautsprecher und zusätzliche Mikrofone gibt.

Tips: Viele Musiker gaben in der Maßnahmen-Zeit Online-Konzerte. Wie sehr fehlt einem da der direkte Kontakt zum Publikum?

Edlinger: Eine live Präsentation ist einfach eine andere Dimension, da der direkte Kontakt mit dem Publikum eine Art Synergie ergibt - ein Austausch - der ein live Konzert zu einem einzigartigen Erlebnis macht. Der Live-Event, als wichtiges kulturelles Geschehen, soll im wirtschaftlichen Sinne dem Künstler erhalten bleiben und es soll nicht alles gratis am Bildschirm geben. Die Krise hat allerdings auch den Vorteil, anders denken zu lernen und unterschiedliche Medien einzubauen, die auch zu einem Fortschritt verhelfen.Die Veranstalter und Künstler müssen sich neue Konzepte überlegen und neue Zugänge zu live Konzerten anbieten.

Tips: Welche Initiativen seitens der Politik wünscht du dir als Musiker?

Edlinger: Unterstützung für professionelle Musiker und Veranstalter sowie deren Umfeld wie z. B. Tontechniker, nicht nur für drei Monate sondern über einen längeren Zeitraum. Es soll gemeinsam mit den Künstlern ein Konzept entworfen werden und die regionale Kultur als ein soziales gemeinsames Miteinander betrachtet werden. Live Konzerte und kulturelle Veranstaltungen sollen, mit den notwendigen Maßnahmen, bald wieder ermöglicht werden.

Tips: Hast du schon Pläne und Projekte für die Zukunft?

Edlinger: Es gibt viele Kunstprojekte die ich verwirklichen will. Manche Projekte wurden auf 2021 verschoben wie zum Beispiel Zwischen(Welten) in der Rathaus Tiefgarage Amstetten beim Viertelfestival gemeinsam mit Helga Steinacher, Bambu Radio und anderen Künstlern. Derzeit findet eine CD Produktion mit Scal Gala statt und ich schreibe gerade ein Buch über rhythmisches Training „4 Way Coordination“. Weiters arbeite ich an meinem Projekt am Hochkogel „Stein im Holz“ (Ferien & Kulturhaus) sowie an der Vertonung des Stumfilmklassikers „Das Cabiniet des Dr Caligari“. Ich biete weiterhin Unterricht über die Musikschule Neuhofen/Ybbs und die Trommelschule Amstetten für Schlagzeug & Percussion (Djembe, Congas, Cajon, Bongos etc.) an. Anmeldungen – auch für online Unterricht – sind jederzeit noch möglich.

 

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