Dokumentarfilm "Anima - Die Kleider meines Vaters" im Rathaussaal Amstetten zu sehen
AMSTETTEN. In Kooperation mit dem LGBTIQ-Stammtisch präsentiert der Verein Perspektive Kino am 14. Februar im Rathaussaal Amstetten Uli Deckers Film „Anima - Die Kleider meines Vaters“.

Uli wächst in einer Kleinfamilie mit einer jüngeren Schwester namens Cordula und ihren Eltern Monika und Helmut in einem bayerischen Dorf auf. Schon als Kind träumt sie von einem abenteuerlichen Leben jenseits der Normen und will zum Beispiel Papst werden, oder Pirat, oder Indianerhäuptling.
Als ihr Vater Helmut bei einem Unfall stirbt, bekommt Uli von der Mutter eine Kiste des Vaters, in der sie Frauenkleidung findet, sowie dessen Tagebücher. Monika lüftet so das Familiengeheimnis, dass Helmut seit seiner Jugend ein Transvestit war, der seine Neigungen, als Frau aufzutreten, nur in anderen Städten ausgelebt hat.
Allerdings verbietet Monika den Töchtern, mit anderen Menschen über dieses Geheimnis zu reden. Uli jedoch sieht ihre eigene Familie, den Vater, sich selbst und die Gesellschaft, in der sie aufwuchs, schlagartig mit neuen Augen.
Dokumentarfilm mit Animationen in Collagetechnik
Als sich Uli Decker 2016 doch dazu entschloss, einen Dokumentarfilm zu diesem Thema zu machen, sprach sie zunächst mit ihrer Mutter und ihrer Schwester darüber und holte sich deren Einverständnis für die Umsetzung und Einbeziehung ihrer Familie. Anschließend entstand in mehr als drei Jahren Drehzeit der hybride Dokumentarfilm. Die Animationen wurden in Collagetechnik mit Familienfotos erstellt.
Beim Max Ophüls Filmfestival 2023 konnte der Film den Preis für den Besten Dokumentarfilm und den Publikumspreis gewinnen. Eine wahre Geschichte über Familiengeheimnisse, Geschlechterfragen und die Wirrungen der Liebe – erzählt als tragikomische Achterbahnfahrt durch animierte und dokumentarische Bilderwelten.


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