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AMSTETTEN. Der heute 93-jährige Franz Korn berichtete dem Mundartdichter Willi Leimer von seiner Jugend in der Kriegszeit. Willi Leimer fasste den Bericht zusammen.

Franz Korn und Willi Leimer (v. l.) sprachen über die Jugend des Franz Korn, die vom Krieg geprägt war. Foto: mott

AMSTETTEN. In der Zeit zwischen den großen Kriegen des vorigen Jahrhunderts war das Leben nicht gerade einfach und von Wohlstand gezeichnet, aber trotzdem, wird sie auch als „Gute alte Zeit“ bezeichnet, was immer man auch darunter verstehen mag.

Es war das Jahr 1925 als in Neustadtl der Familie Korn ein kleiner Bub geboren wurde, den man den Namen des Vaters, Franz gab.

Bescheidene Verhältnisse

Das Aufwachsen zu dieser Zeit am Land war ja, wie fast überall, eher bescheiden und es gab keinerlei Überfluss, aber man war trotzdem zufrieden mit dem, was man hatte. Schule und Jugendzeit und die Arbeit in der Landwirtschaft waren die tragenden Pfeiler eines einfachen Lebens in Neustadtl für Franz und für viele junge Leute dieser Zeit.

Mit 18 zum Militär eingezogen

Gegen Ende der 30er Jahre veränderte sich die politische Lage in Österreich gewaltig und alsbald war auch Franz Korn Kandidat zur Musterung. Nicht ganz 18 Jahre alt, wurde er eingezogen zum Militär, um für ein Regime zu kämpfen, das, wie wir heute alle besser wissen, nicht Freiheit, Demokratie und Menschlichkeit als Grundlage hatte.Die Zeit beim Militär, weg von zu Hause und der vertrauten Umgebung, verging rasch und so kam auch für Franz der Kampfeinsatz an einer der vielen kriegerischen Fronten. Franz war mit seiner Einheit in Italien stationiert und eingesetzt, wo auch schon die Amerikaner als Unterstützung gegen die Deutsche-Wehrmacht kämpften. Bei einem Einsatz kamen er und ein Kamerad von ihrer Einheit weg und waren nun immer den Angriffen des Gegners und denen der eigenen Truppen ausgesetzt.

Gefangennahme statt Schuss

So geschah es auch, dass ein Amerikanischer Soldat die beiden ausmachte. Müde zum Umfallen, Hunger, Durst, zwei Tage und Nächte ohne Versorgung und die Angst erschossen zu werden, hinterließen schon ihre Spuren. Doch sie hatten Riesenglück, dass der Amerikaner nicht abgedrückt hatte, als er sie im Gebüsch am Bauch vorwärts robben sah.

Im Frachtschiff in die USA

Nach der Gefangennahme kam der Transport auf alten Schiffen, vier lange Wochen, nach Übersee. Schiffe, die nur für den Gütertransport gebaut waren. Auf engsten Raum zusammengepfercht ging es mit vielen Leidensgenossen über den Großen Teich nach Amerika.

Neue Lebenserfahrung

Die Zeit in der Gefangenschaft in einem fremden Land war eine neue Lebenserfahrung, die trotz vieler Umstände auch etwas positives an sich hatte. Den 19. Geburtstag konnte Franz in einem Lager in Texas begehen. Doch hatte er auch wieder das Quäntchen Glück an seiner Seite. Er wurde in eine Lagerküche als Helfer abkommandiert und später als Baumwollpflücker oder in ein Bombendepot der amerikanischen Streitmacht zum Reinigen von Fliegerbomben, die nicht zum Einsatz kamen.

Zwei Jahre Gefangenschaft

Zwei Jahre dauerte dieser ungewollte Auslandsaufenthalt in den verschiedenen Lagern der USA. Im Sommer 1946 gab die Siegermacht die Gefangenen frei und alsbald ging es per Schiff, in einer Woche, Richtung Europa.Die Heimkehr aus der Gefangenschaft und das „Zuhause ankommen“, waren Eindrücke, die man gar nicht so leicht beschreiben kann.

Das Leben des jungen Mostviertlers Franz Korn nahm jetzt erst Form an. Galt es doch zuerst einmal, sich beruflich umzusehen, ein eigenes Zuhause haben und eine Familie zu gründen, auf die man so lange Zeit verzichten musste. Neubeginn in AmstettenAmstetten wurde seine neue Heimat. Familie, Beruf und helfen, wo gerade Hilfe nötig war, waren verbunden mit einem starken Lebenswillen und ebenso starkem Glauben die Stützen und Kraftquellen des heute 93-jährigen, nimmermüden Franzl Korn.


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