Teach for Austria: Projekt für Bildungsgerechtigkeit

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Norbert St. Mottas Norbert St. Mottas, Tips Redaktion, 23.01.2020 18:52 Uhr

AMSTETTEN. Teach For Austria ist eine gemeinnützige Initiative, die sich für Bildungsgerechtigkeit einsetzt. Elisabeth Jäger ist in der Neuen Mittelschule in Amstetten Fellow für Teach For Austria und berichtet von ihren Erfahrungen.

Amstetten. Teach For Austria ist eine gemeinnützige Initiative, die sich für Bildungsgerechtigkeit einsetzt. Elisabeth Jäger ist in der Neuen Mittelschule in Amstetten Fellow für Teach For Austria und berichtet von ihren Erfahrungen.

Ziel von Teach For Austria ist ein besseres Leben für alle Menschen. Hochschulabsolventen aller Studienrichtungen können am „Teach For Austria-Fellowprogramm“ teilnehmen. Nach einer intensiven Ausbildung können sie als Lehrkräfte in Einsatzschulen unterrichten.

Finanziert wird die Initiative von Sponsoren. Die Umdasch Group Foundation ist seit fünf Jahren „Goldpartner“ von Teach For Austria. Sie finanziert die „Umdasch Sommerwochen“, wo Kinder kostenlos Unterricht bekommen, der auch Spaß machen soll und dazu beiträgt, Bildungsungerechtigkeit auszugleichen.

Die ausgebildete Werkstoffwissenschafterin Elisabeth Jäger kennt sowohl den Einsatz als Fellow bei den „Umdasch Sommerwochen“ als auch als Fellow an der Neuen Mittelschule in Amstetten, wo sie derzeit unterrichtet.

Aus BergbauernfamilieIhren Einsatz für Bildungsgerechtigkeit erklärt sie aus ihrer eigenen Geschichte. Sie stammt aus einer Bergbauernfamilie aus Filzmoos und da war es nicht selbstverständlich, dass man ins Gymnasium gehen dürfe, um anschließend zu studieren und Wissenschafterin zu werden. „Meine Eltern haben das alles ermöglicht. Ich habe in meinem Bildungsweg immer Glück gehabt und davon will ich etwas der Gesellschaft zurück geben.“

Bevor man Fellow werden kann, muss man einen fünfwöchigen Online Campus absolvieren und eine sechswöchige Sommerakademie. „Diese Sommerakademie ist sehr intensiv“, berichtet Elisabeth Jäger. „Da wohnt man auch zusammen und ist viel mit der Materie befasst.“ Den krönenden Abschluss macht das Praktikum, in Elisabeth Jägers Fall waren das die „Umdasch Sommerwochen“, wo Lernen mit Bewegung und Spaß haben verbunden ist.

„Umdasch Sommerwochen“ als Praktikum

Bei dem Praktikum sind immer Betreuer anwesend und geben wertvolle Tipps und Ratschläge.Üblicherweise werden Teach For Austria-Fellows in Schulen mit einer großen Zahl von Schülern aus sozioökonomisch benachteiligten Familien eingesetzt. Dies ist zwar an der Neuen Mittelschule nicht so der Fall, aber der Umdasch Group Foundation war es wichtig, dass auch Amstetten von Teach For Austria betreut wird.Seit Elisabeth Jäger als Fellow an der NMS Amstetten unterrichtet, weiß sie: „Der Lehrberuf ist der wichtigste, den es gibt.“ Als Lehrerin übernimmt sie eine hohe Verantwortung. „Die Eltern überlassen den Lehrern ihren wichtigsten Schatz, ihre Kinder – und sie wollen, dass es ihren Kindern gut geht. Ich denke an die Kinder und Jugendlichen, die ich ein Stück weit, in einer kurzen, aber entscheidenden Phase, begleiten darf.“

Ungeschminktes Feedback

Gleichzeitig kann auch der Beruf als Lehrerin sehr beglückend sein, denn Kinder geben immer ein ungeschminktes Feedback. Sie zeigen, was ihnen nicht gefällt und auch ihre Freude. Jäger berichtet, dass sie einmal mit ihren Schülern eine Schatzsuche veranstaltet hatte. Diese diente dazu, das Koordinatensystem zu lernen. Nach der Schatzsuche sagte ein Schüler: „Das war das Geilste, das ich je in meinem Leben erlebt habe!“ WertschätzungBesonders wichtig ist für Jäger Einfühlsamkeit und Wertschätzung den Kindern gegenüber. Wenn Kinder spüren, dass man sie ernst nimmt, dann hat man gewonnen. Besonders beglückend empfindet Jäger jene magischen Momente, an denen sie die ungeteilte Aufmerksamkeit der ganzen Klasse spürt.

Schon als Wissenschafterin im Labor hatte sie Freude an der Arbeit, doch die Arbeit als Lehrerin macht ihr viel mehr Freude.

 

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