Zeitgeschichte: Vor 75 Jahren wurde die Amstettner Herz Jesu-Kirche zerstört

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Michaela Aichinger Michaela Aichinger, Tips Redaktion, 28.03.2020 19:21 Uhr

AMSTETTEN. In der Amstettner Salesianerpfarre erinnert man sich dieser Tage an die Zerstörung der Herz Jesu-Kirche vor 75 Jahren.

Am 20. März 1945 wurde Am-stetten von schweren Bombenangriffen heimgesucht, bei denen zahlreiche Menschen starben. Darunter befanden sich auch dutzende KZ-Häftlinge, die aufgrund von Aufräumarbeiten aus dem damaligen Konzentrationslager Mauthausen in die Mostviertler Stadt gebracht wurden. Man verwehrte den Häftlingen den Zugang zu den Luftschutzbunkern, etliche Menschen wurden zerfetzt und hingen in den Bäumen, erinnern sich Zeitzeugen.

Bomben trafen Mitteltrakt der Kirche

Auch die Herz Jesu-Kirche wurde bei diesen Angriffen zerstört. Laut Berichten aus der Pfarre gab es Amstettner, die keinen Schutz suchten, sondern auf „höhere Hilfe“ vertrauten. Man erzählt, dass ein Priester an diesem Tag auf einem der beiden Kirchtürme gestanden sei und zugesehen habe, wie die Bomben auf die Stadt fielen. Als die letzten Flieger den Himmel über der Stadt verließen, schlugen auch die letzten Bomben ein. Eine davon traf den Mitteltrakt der Kirche neben den Türmen. Der Pater sei unverletzt geblieben. Die Kirche und mit ihr die „Totenglocke“ waren jedoch zerstört.

„Totenglocke“ als Mahnmal für sinnlosen Krieg

Die Reste der sogenannten „Totenglocke“ aus dem zerstörten Turm der Herz-Jesu-Kirche wurden Jahre später gefunden und wieder zusammengefügt. Sie befinden sich heute in dem Teil der Kirche, der damals von der Bombe besonders zerstört wurde. Die „Totenglocke“ gilt als Mahnmal für die Schrecklichkeit und Sinnlosigkeit des Krieges.

Kirchweihe 1953 mit Franz König

Von 1951 bis 1953 erfolgte der Wiederaufbau der Amstettner Herz Jesu-Kirche durch den Architekten Josef Friedl. Die Kirchweihe fand übrigens mit dem damaligen Bischofkoadjutor Franz König am Christkönigsfest 1953 statt.

Seit der Zerstörung der Herz Jesu-Kirche ist der 20. März der „Anbetungstag“ in der Salesianerpfarre. Dieser fiel heuer aus – er wurde naturgemäß von der Corona-Krise überschattet.

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