Amstettner Aktionsgruppe machte mit Wanderung auf Flüchtlingsleid aufmerksam
AMSTETTEN. Dem Thema „Flucht und Migration“ sowie der Kritik an Österreichs Asylpolitik war eine Wanderung einer Aktionsgruppe rund um Organisatorin Elisabeth Jäger durch die Amstettner Innenstadt zur Pfarre St. Marien in Allersdorf gewidmet. Zuvor gab es eine Kundgebung auf der Missionswiese der Stadtpfarre St. Stephan.

„Das ist die kleinste Demonstration an der ich jemals teilgenommen habe“, bemerkt Maria Irauschek, eine Teilnehmerin, mit einem traurigen Unterton in der Stimme. „Es liegt vielleicht daran, dass gerade viele Menschen auf Urlaub sind, vielleicht trauen sich viele Menschen wegen dem Coronavirus noch nicht auf die Straße, vielleicht wurde die Aktion zu wenig beworben, vielleicht sind die Österreicher einfach müde sich mit dem Thema der Flucht und Migration zu beschäftigen oder vielleicht vertrauen viele den Aussagen von Kurz, Nehammer und Schallenberg, allesamt ÖVP, dass doch die Hilfe vor Ort [Anm. d. Red.: in griechischen Flüchtlingslagern“ so viel besser sei“, mutmaßt Organisatorin Elisabeth Jäger.
Auf Missstände aufmerksam machen
Was ist bisher passiert? Am Pfingstwochenende gab es auf der Missionswiese der Pfarre St. Stephan Amstetten bereits eine Kundgebung zur Asylpolitik der österreichischen Bundesregierung. Ganz speziell wollte die Aktionsgruppe auf die Missstände in den Flüchtlingslagern Moria, Kara Tepe und Lipa aufmerksam machen. Aus Solidarität haben die Teilnehmer der Kundgebung auf der Missionswiese übernachtet.
„Bisher keine Flüchtlinge aufgenommen“
Anfang August sammelte sich die kleine Aktionsgruppe wieder auf der Missionswiese, dieses Mal mit dem Motto: „Wenn sich die Regierung nicht bewegt, dann bewegen wir uns!“ „Bisher hat die Bundesregierung keine anerkannten Flüchtlinge und auch keine minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge aus den Lagern in Griechenland aufgenommen. Und das obwohl es in Österreich großartige Organisationen gibt, die der Meinung sind, dass wir Platz haben und der wichtigen Aufgabe der Inklusion gewachsen sind“, kritisiert Jäger und meint weiter: „Mit nationalen Alleingängen, Wegschauen oder einer Politik der Abschreckung werden wir das Flüchtlingsproblem nicht lösen können“.
Forderung: Gesamteuropäische Flüchtlingspolitik
Die Aktionsgruppe fordert eine gesamteuropäische solidarische Flüchtlingspolitik. „Die Bundesregierung sollte sich endlich an humanitären Aufnahmeprogrammen von anerkannten Flüchtlingen beteiligen“, fordert Jäger.
Wanderung durch die Stadt
Nach der Kundgebung, wanderte die Aktionsgruppe durch die Stadt. Es gab insgesamt drei Stationen an denen aus dem Buch „Denk ich an Moria. Ein Winter auf Lesbos.“ von Helge-Ulrike Hyams vorgetragen wurde. Sie war Professorin für Erziehungswissenschaften und hat vor Ort in einem Hilfsprojekt mitgearbeitet.
Filmvorführung
Am Abend kam die Aktionsgruppe an ihrem Ziel in St. Marien an. Dort wurde die Gruppe vom Team Perspektive Kino empfangen. Zusammen mit Amnesty International wurde der Film Fuocoamare/Seefeuer gezeigt. „Wenn man diese Bilder sieht, schämt man sich für das Versagen der europäischen Union, die es nicht schafft schutzsuchenden Menschen einen legalen Fluchtweg zu ermöglichen“, so Elisabeth Jäger.


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