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BEZIRK AMSTETTEN. Stefan Schaub - Abschnittsfeuerwehrkommandant Amstetten-Stadt - verrät, wie man sich und sein Eigentum vor Sturmschäden schützen kann.

Die Feuerwehr bei einem Sturm-Einsatz (Foto: Wolfgang Zarl)
Die Feuerwehr bei einem Sturm-Einsatz (Foto: Wolfgang Zarl)

„Seit einigen Jahren sehen wir uns immer öfters extremen Wetterereignissen gegenüber. So auch im Sommer 2021 als ein Tornado im Südosten Tschechiens, nur wenige Kilometer von Österreichs Grenze, mit Windgeschwindigkeiten von 300 bis 400 km/h eine Spur der Verwüstung zog und sechs Menschen das Leben kostete“, so Stefan Schaub, der für die Region einige Hinweise gibt, wie man sich schützen kann und wie man sich im Fall eines Sturm verhält.

Starke Tornados sehr selten

Normalerweise treten so starke Tornados laut Schaub selten, kurzfristig und räumlich begrenzt auf. „Die bisher größte Sturmkatastrophe in Europa war der Sturm Kyrill im Jänner 2007. In Teilen Österreichs traten Windspitzen bis 150 km/h in den Niederungen und bis über 200 km/h auf den Bergen auf. Zusätzlich konnte Kyrill seine zerstörerische Energie über viele Stunden aufrechterhalten. Viele Gebäude und Wälder konnten dem nichts entgegensetzen und es entstanden massive Sachschäden. Auch in unserer Region kommt es immer wieder zu orkanartigen Windverhältnissen“, erklärt Schaub.

Vorbeugende Maßnahmen beim Hausbau

Beim Neubau sollte man Schaub zufolge darauf schauen, sturmsicher zu planen und zu bauen. Zudem sei es wichtig, auf eine stabile Dachkonstruktion und eine feste Verankerung im Mauerwerk mithilfe von Mauerankern, Schrauben und Metallbändern zu achten. „Außerdem sollte man die Dächer regelmäßig auf lose Ziegel oder Bleche überprüfen. Ersatzdachziegel, Planen oder Folien zur kurzfristigen Vermeidung von Nässeschäden sollten bereitgehalten werden“, so Schaub. Bei Blechdächern sei es nötig, auf ausreichende Befestigungspunkte zu achten, bei Flachdächern wiederum sollte man auf ausreichende Auflast - unter Beachtung der Statik - zu sorgen. „Bitte auch bei hinterlüfteten Fassaden auf geschlossene Ecken achten. Der Schutz vor Bäumen wird durch entsprechenden Abstand oder Zurückschneiden gebäudenaher Bäume erreicht. Vor allem Flachwurzler sollten nicht über die mittlere Firsthöhe des Gebäudes hinauswachsen. Es ist auch wichtig, die Möglichkeiten, sich über Unwetterereignisse und Unwetterwarnungen zu informieren (Internet, Kurznachrichtendienste oder andere digitale Plattformen), zu nutzen“, so Schaub.

Verhalten vor dem Sturm

Klar ist: vor dem Sturm sollten alle Fenster und Türen geschlossen, lose Gegenstände rund um das Gebäude gesichert werden. „Unbedingt sollte man Orte meiden, an denen man von Gegenständen getroffen werden kann, die der Sturm mitreißt. Falls man sich im Freien aufhält, sollte man ein Gebäude aufsuchen. Dies gilt auch, wenn man sich in einem Zelt oder Wohnwagen befindet“, so Schaub, der auch darauf verweist, sich auf einen möglichen Ausfall des Stroms und/oder Telefons vorzubereiten, indem man Kerzen, Streichhölzer, Taschenlampe und Ersatzbatterien bereithält und den Akku für das Handy lädt. Das Fahrzeug sollte zudem nicht in der Nähe von Häusern oder hohen Bäumen geparkt, sondern in der Garage abgestellt werden. „Vorsicht bei Freiluftveranstaltungen, Zeltfesten oder Ähnlichem! Es wird empfohlen, derartige Veranstaltungen aus Sicherheitsgründen rechtzeitig zu verlassen, beziehungsweise abzusagen“, so Schaub.

Verhalten während des Sturms

„Bei Sturm die schützenden Wohnräume nicht verlassen - es herrscht absolute Gefahr durch herabstürzende Trümmer, umstürzende Bäume oder zerstörte elektrische Leitungen!“, so Schaub und rät weiter: „Keine Unterführungen für Parkzwecke benutzen, um Rettungskräften freie Zugangswege zu den Einsatzorten zu gewähren. Und: unbedingt den Aufenthalt in Parks, Waldgebieten und auf Friedhöfen meiden! Herabfallende Äste, umstürzende Bäume oder Grabsteine sind für Fußgänger eine Gefahr!“. Wenn das eigene Haus von hohen Bäumen umgeben ist, sollte man sich laut Schaub zudem nicht im Dachgeschoß aufhalten und Fensterflächen meiden, die zu Bruch gehen könnten. „Wichtig ist auch, sich nicht von plötzlich eintretender Windstille täuschen zu lassen und das Radio für weitere Informationen über die Wetter-Entwicklung einzuschalten“, erklärt Schaub. Nicht vergessen sollte man auch Menschen in der Umgebung, die eventuell Unterstützung benötigen. Bei einem Notfall sollte der Notruf der Feuerwehr (122) gewählt werden. Zuletzt sollten Aufräumarbeiten erst nach Ende des Sturmes gestartet werden. Dabei auf ausreichend Abstand zu möglicherweise einsturzgefährdeten Bauten sowie zu abgerissenen Stromleitungen halten!


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