Streuobstwiesen: Aktionstag für Apfel, Birne, Mensch und Natur
ÖSTERREICH/MOSTVIERTEL. Sie bietet Lebensraum für über 5.000 Tier- und Pflanzenarten, ist Hotspot der Biodiversität und Hoffnungsträger in Zeiten von Insektensterben und Artenschwund. Die Rede ist von einem Naturparadies aus Menschenhand: der Streuobstwiese. Am Freitag, 29. April, rückt der europaweite „Tag der Streuobstwiese“, der 2021 in Österreich von Umweltdachverband und ARGE Streuobst ins Leben gerufen wurde und von vielen Organisationen unterstützt wird, das Kulturgut ins Bewusstsein.

Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP), die schon den Start der Initiative im Vorjahr unterstützte, sagt: „Streuobstwiesen sind landschaftsprägend, schaffen und erhalten Lebensräume und dienen den Menschen als Erholungsräume. Wir müssen alles dafür tun, sie zu erhalten und setzen daher in der Gemeinsamen Agrarpolitik auf eine verstärkte Förderung von Streuobstwiesen. Wichtig ist zudem eine Steigerung der Wertschöpfung – Verarbeitung und Vermarktung der hochwertigen regionalen Streuobstprodukte müssen forciert werden.“
Wilder Lebensraum Streuobstwiese ist wertvoll für die Artenvielfalt
„Die Bedeutung von Streuobstwiesen für die Biodiversität ist offensichtlich. Dank ihrer einzigartigen Strukturvielfalt stellen sie einen Mikrokosmos dar, in dem Fauna und Flora auf verschiedenen Stockwerken miteinander leben. Die Vielfalt reicht von Siebenschläfer oder Bartfledermaus über gefährdete Wildbienen- und Schmetterlingsarten bis zu seltenen Orchideen – und: je älter der Streuobstbestand, desto wertvoller ist seine Leistung für die Artenvielfalt. Bisher ist es uns jedoch nicht gelungen, den Rückgang der Streuobstwiesen zu stoppen. Hier gibt es noch viel Handlungsbedarf. Wichtig wäre ein umfassendes Förderpaket, das auch Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung enthält“, sagt Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbandes.
Regionale Wertschöpfung dank wertvoller Sortenvielfalt & Kulturerbe von hohem Rang
„Streuobstwiesen überzeugen durch ihre herausragende Sortenvielfalt. Allein in Österreich gibt es mehr als 3.000 Obstsorten – möglich ist das nur dank traditioneller Streuobstwiesen. Doch die extensive Wirtschaftsweise des Streuobstanbaus ist aufwändig, wenig ertragreich und lässt immer weniger Bewirtschafter zu Astschere und Erntekorb greifen. Um weiterhin hochwertige Streuobstprodukte wie Säfte, Most oder Edelbrände genießen zu können und gleichzeitig ökologisch wertvolle Lebensräume zu erhalten, braucht es Maßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Wir werden bei der UNESCO einen Antrag auf Anerkennung des Streuobstanbaus als ,Immaterielles Kulturerbe` einreichen“, betont Hans Hartl, Obmann der ARGE Streuobst.


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