Willkommenskaffee Amstetten: Ein Ort der Menschlichkeit
AMSTETTEN. Seit einem Jahr ist das Willkommenskaffee der Initiative „Willkommen Mensch“ eine Anlaufstelle für Flüchtlinge aus der Ukraine.

„Wir hätten zu Beginn nicht geglaubt, dass wir in einem Jahr noch da sind“, blickt Christian Köstler vom Willkommenskaffee auf die vergangenen zwölf Monate zurück. Seit Ende März 2022 findet das Kaffee jeden Donnerstagvormittag von 9 bis 11 Uhr im Rathauskeller statt. In den Sommermonaten ist man in den Pfarrsaal St. Stephan ausgewichen. Rund 50 mal hat das Willkommenskaffee bisher stattgefunden.
Begegnung und Hilfe
Ein Team von rund 20 Freiwilligen organisiert wöchentlich diesen Treffpunkt. Begegnung und Hilfe sind die beiden Schwerpunkte. 550 Ukrainer – davon 200, die in der Stadtgemeinde gemeldet sind – haben im vergangenen Jahr das Willkommenskaffee besucht – im Durchschnitt 60 Menschen pro Termin.
„Zu Beginn hat das Einzugsgebiet bis Linz und St. Pölten gereicht. Nun ist es für Ukraine-Flüchtlinge nicht mehr möglich, öffentliche Verkehrsmittel gratis zu benutzen – daher besuchen uns derzeit fast ausschließlich Menschen, die direkt in Amstetten einquartiert sind“, erklärt Köstler.
Ungewisse Zukunft
„Wir versuchen, den aus der Ukraine geflüchteten Menschen eine Anlaufstelle zu bieten und Vernetzung zu ermöglichen. Viele Geflüchtete wissen gerade nicht, wie sie ihr Leben ausrichten sollen. Sollen sie sich in Österreich eine fixe Existenz aufbauen, oder sollen sie noch abwarten? Oft sind diese Menschen beruflich top qualifiziert. Ihre Ressourcen bleiben auf der Strecke“, berichtet Köstler.
Brennpunktthema: Wohnungssuche
Abgesehen von der gemütlichen Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen sowie einigen Begleitveranstaltungen bietet der Treffpunkt auch konkrete Hilfe. An einem Beratungstisch hilft ein Teil des Teams von „Willkommen Mensch“ zusammen mit Dolmetscherinnen den Menschen in konkreten Lebenslagen.
„Aktuell ist das Thema 'Wohnungssuche' ein sehr drängendes. Die meisten Flüchtlinge sind derzeit in Privatquartieren untergebracht und müssen mit rund 300 Euro im Monat auskommen – das ist auf Dauer sehr schwierig“, beschreibt Köstler.
Freude über Spenden
Freude bereitet ihm, dass die Stadtgemeinde, Firmen und Private das Willkommenskaffee immer wieder unterstützen. „Dafür ein großes Dankeschön“, so Köstler. Übrigens: Kuchenspenden werden gerne entgegengenommen!


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden