Ein Jahr Stammtisch für LGBTIQ+ Menschen in Amstetten
AMSTETTEN. Vor einem Jahr ließ SPÖ-Gemeinderätin Birgit Kern die Möglichkeit für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und andere queere Menschen wieder aufleben, sich regelmäßig zu treffen. Seither hat sich einiges getan.

„Diese laufenden Treffen sind sehr wichtig. Man darf nicht vergessen: Menschen anderer sexueller Orientierung und anderer Geschlechtsidentität machen über zehn Prozent der Bevölkerung aus“, informiert Birgit Kern.
Wechselnde Location
Als Stammlokal hatte die Amstettnerin zu Beginn den „Wirt am Eck“ gewinnen können. Inzwischen wechselt die Gruppe regelmäßig die Location. Der jeweilige Treffpunkt, immer am dritten Donnerstag im Monat, wird über WhatsApp gemeinsam ausgemacht. „Wir diskutieren über aktuelle Themen und gehen auf persönliche Probleme ein. Die Abende sind aber immer gemütlich und lustig“, beschreibt Kern die Stimmung beim Stammtisch.
Kooperation mit Perspektive Kino
Viel habe sich in diesem Jahr getan: „Der Verein Perspektive Kino hat eine Kooperation mit dem LGBTIQ+ Stammtisch angeboten. Bisher konnten bereits zwei Filme – „Eismayr“ und „Breaking the ice“ – gezeigt werden. Am 22. November wird heuer der dritte Film vorgeführt“, so die SPÖ-Gemeinderätin. Zu sehen ist “Tove – Auf der Suche nach Freiheit und Liebe“, ein Biopic über die Schöpferin der Mumins, der aus Kinderbüchern und -filmen weltweit bekannten „nilpferdartigen Trollwesen“.
Kern: „Aufgrund der Presseartikel im letzten Jahr besuchen uns auch die Pionierinnen des 'Mostviertel Andersrum'-Stammtisches. Gemeinsam marschierte die queere Community für ein Ende der Diskriminierung im alltäglichen Leben bei den Regenbogenparaden in Wien, Linz und St. Pölten.“
SoHo
Kern nimmt ihre Aufgabe auch in der LGBTIQ+ Bewegung innerhalb der SPÖ, der SoHo war, für die sie nun knappe zwei Jahre tätig ist. Im Zuge der Bundeskonferenz der SoHo am 21. Oktober wurde die Amstettner Gemeinderätin auch in den Bundesvorstand gewählt.
Kern: „Die SoHo ist die einzige LGBTIQ+ Bewegung in Österreich, die in allen neun Bundesländern vertreten ist und sich für die Ausweitung des Diskriminierungsverbots und des Gleichbehandlungsgesetzes einsetzt. Ein bundesweites Maßnahmenpaket gegen Hassparolen und Gewalt ist gefordert und eine Beratungsstelle könnte die Sensibilisierungsarbeit auch für Gruppen wie Pädagogen und Exekutivbeamten leisten.“


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