Tödliche Forstunfälle "alarmierend hoch"
NÖ. Wie das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) berichtet, ist die Zahl der tödlichen Forstunfälle österreichweit stark angestiegen. Auch in Niederösterreich bemerkt man einen Anstieg. Erst am Samstag (13. Jänner) wurde ein 67-Jähriger bei Waldarbeiten in Zeillern unter einem Baum eingeklemmt und getötet. Am Freitag (12. Jänner) wurde ein Mann in Weistrach von einem Baum getroffen und mit Verletzungen unbestimmten Grades ins Krankenhaus gebracht.

In den ersten drei Monaten des Jahres und im September ereignen sich in Österreich die meisten tödlichen Forstunfälle, wie aus dem KFV-Unfallmonitoring anhand von Medienberichten hervorgeht. Demnach starben von 2018 bis 2023 insgesamt mindestens 197 Menschen – die meisten davon in den Monaten Jänner (20), Februar (24), März (28) und September (22).
In Niederösterreich starben 2023 elf Personen bei Forstunfällen - ein starker Anstieg im Vergleich zu den vergangenen Jahren 2022 (sieben Tote), 2021 (zwei Tote), 2020 (vier Tote), 2019 (sechs Tote) und 2018 (sechs Tote).
Höchster Wert seit sechs Jahren
Von 2018 bis 2023 ereigneten sich in Österreich pro Jahr im Schnitt 33 tödliche Unfälle bei Forstarbeiten. 2023 verzeichnete das KFV sogar die besorgniserregende Zahl von mindestens 36 Toten, was der höchste Wert seit sechs Jahren ist. Zudem werden in Österreich pro Jahr zirka 1.600 Personen bei Waldarbeiten so schwer verletzt, dass sie in einem Spital oder in einer Ambulanz behandelt werden müssen, wie Befragungen von Unfallopfern und Hochrechnungen im Rahmen von KFV-IDB-Austria zeigen.
Von Bäumen erfasst oder eingeklemmt
Wie die KFV-Unfallanalyse zeigt, wurden im Vorjahr 25 Prozent der tödlich Verunglückten vom zu fällenden Baum erfasst oder eingeklemmt. 19 Prozent wurden von in Bewegung gesetzten Baumstämmen oder Wurzelstöcken getötet. 17 Prozent kamen durch herabstürzende Äste ums Leben.
Auf Fehler bei der Bedienung oder der Sicherung von Maschinen waren elf Prozent der Todesfälle zurückzuführen. Letal enden kann es aber auch, wenn beim Fällen eines Baumes der Nebenbaum getroffen wird und in weiterer Folge Menschen zu Schaden kommen oder wenn jemand während der Forstarbeiten im steilen Gelände abstürzt.
Sicherheitsmaßnahmen
Angesichts der alarmierenden Zahlen appelliert das KFV – insbesondere auch bei privaten Waldarbeiten – verstärkt auf Sicherheitsmaßnahmen zu achten. Das KFV empfiehlt unter anderem folgende Maßnahmen, um die Anzahl der Forstunfälle nachhaltig zu reduzieren: eine angemessene Schutzausrüstung tragen; die Maschinen regelmäßig warten lassen; keine Hektik, sondern Konzentration und Achtsamkeit; unbeteiligte Dritte warnen; im Team arbeiten; Abstand halten; nur gesunde und gerade Bäume fällen, wenn man nur eine kurze Ausbildung für Holzarbeit absolviert hat; Vorsicht in Hanglagen; wenn der Baum fällt, den Gefahrenbereich verlassen und mindestens zehn Sekunden warten, wenn der Baum gefallen ist; Erste-Hilfe-Ausrüstung mitführen.


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