Weltladen Amstetten macht auf Ostersüßigkeiten aus Fairem Handel aufmerksam
AMSTETTEN. Was in Europa verboten ist, gehört in Westafrika, wo 70 Prozent des weltweit gehandelten Kakaos geerntet werden, auch noch 2024 zum Alltag. Es arbeiten nach wie vor viele Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 17 Jahren in der Kakaoernte. Der Weltladen Amstetten ruft gerade vor Ostern dazu auf, die Nesterl mit Süßigkeiten aus Fairem Handel zu füllen.

Kinderarbeit ist in Ländern wie der Elfenbeinküste oder Ghana weit verbreitet; nach wie vor arbeiten dort an die 1,5 Millionen Kinder im Kakaoanbau und -ernte. Diese Kinder müssen regelmäßig gesundheitsgefährdende Tätigkeiten verrichten.
Dazu zählen unter anderem das Schleppen von schweren Kakaosäcken, der Umgang mit landwirtschaftlichen Chemikalien und lange Arbeitszeiten – Tätigkeiten, die laut der Internationalen Labour Organisation für unter 17-Jährige strengstens verboten sind.
Das bedingt natürlich auch, dass in dieser Zeit keine Schule besucht werden kann.
„Ausbeuterische Bedingungen“
Weltladen-Obmann Ernst Gassner: „Kinderarbeit ist eine häufige Methode, um Lohnkosten für Arbeitskräfte bei der Kakaobewirtschaftung niedrig zu halten. Kinder versprühen gefährliche Pestizide auf Kakaopflanzen, ernten mit scharfen Macheten die Bohnen und schaffen sie in schweren Säcke von den Plantagen – rund 1,5 Millionen Kinder arbeiten bis heute unter ausbeuterischen Bedingungen auf den Kakaoplantagen allein in den beiden Hauptanbauländern Côte d’Ivoire und Ghana. Und das obwohl die Schokoladenindustrie sich zum Ziel gesetzt hatte, die Kinderarbeit im Kakaoanbau bis 2020 um 70 Prozent zu reduzieren.“
Geschätzte 10.000 Kinder seien außerdem Opfer von Kinderhandel und Sklaverei. Viele der Kinder würden aus den Nachbarländern Mali und Burkina Faso in die Côte d‘Ivoire verschleppt und dort zur Arbeit auf Kakaoplantagen gezwungen.
„Um Kinderarbeit auszuschließen und ein faires Einkommen für die Kakaobauern sicherzustellen, muss man beim Kauf von Schokolade auf das Fairtrade-Siegel achten oder seine Schokis prinzipiell im Weltladen kaufen“, appelliert Gassner. Übrigens: Beim Osterhasencheck 2024 von Global 2000 und Südwind war der Schoko-Osterhase von EZA Fairer Handel aus dem Weltladen wieder Testsieger.


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